92 Friedrichs von Logau Sinngedichte.
Dieß kann gcnüglich zeigen,Wie hoch Poeten steigen.
Bricg, ehre dieß Bemühe»/Willst dn nach dir noch blühen.Zwar tonnen ihr GerüchteDurch eigenes GewichteVerewigen die Dichter:Doch durch bewährte Richter/Die ihnen hold nnd günstig,Wird erst ihr Trieb recht brünstig,Eich selber und die IhrenGar himmelan zu führen.
(11) An eine» guten Freund,über den Abschied seiner Liebsten.
Frennd, da jeder sich itzt freut, daß aus der erfrorncn ErdeAuch des langen Krieges Eis endlich einmal schmelzen werde,Und der nächste Frühlingstag werd ein Tag des Friedens seyn:O so seh ich dein Gesicht trübe, blaß und naß allein?
Wollte Gott ! noch dir noch mir wär die Ursach also kündig;Mir zwar ist sie nur im Sinn, aber dir, dir ist sie fündigWo du hin gehst, siehst und stehst; was du denkest, was du thust.Drüber mangelt leider! dir deine Fricdensfrühlingslust. —Deine Friedcnsfrühlingslust hat des Krieges rauhes StürmenOft geblasen, nie gestürzt: aber ach! des Grabs GewürmenOpfert sie der Tod zuletzt, ohngeacht das halbe TheilDeiner dran vcrbnndcn hicng, auch wohl gar Dem sterblich Heil.
Weder Schatz, wie groß er scv, ist uns Männern so ersprießlich,Weder Freund, wie gut er scv, ist uns Männern so genicßlich,Als der uns in Armen schlief: denn die angetraute TreuHerrschet über Leid und Zeit, wird durch Altscyn immer neu.
Wem ist mehr als mir bewußt, wie die Jugend eurer LiebeErstlich wuchs, und weiter wuchs? Aller Grund, worauf sie bliebe,War die Treu und Redlichkeit; alles andre dauert nicht.Was sich anf vergänglich Ding stützet, das perfällt und bricht;Was die Tilgend baut, das steht. Denk ich weiter noch zurückeAn die nun verrauchte Zeit, an niein mir bcgrabncs Glücke,O so denk ich auch zugleich an der Freundschaft Schwesterschaft,Drinnen dein und meine Lust unverbrüchlich war verHast:Wie sich dein und meine Lieb unter sich so lieblich liebte»,