Wörterbuch.
2!17
(13) An den Leser.
Deine Arbeit, lieber Leser, und mein Buch, sind hier geschlossen.
Mir genügt, wo dir nichts gnugct, wenn dich auch nur nichts verdrossen.
Wörterbuch.
Vorbcrichtvon der Sprache des Logau.
Die Sprache unsers Dichters ist, überhaupt zu reden, dieSprache des Gpirz und der besten seiner Zcitverwandtcn undLandcslcute. Und wenn Tsckerningen hierum die erste Stellenach Gpilzen gebühret, so gebühret die erste Stelle nach Tscher-ningen unserm -k.ogau.
Das Sinngedicht konnte ihm die beste Gelegenheit geben,die Schicklichkcit zu zeigen, welche die deutsche Sprache zu allenGattungen von Materie, unter der Bearbeitung eines Kopfeserhält, der sich selbst in alle Gattungen von Materie zu findenweiß. Seine Worte sind überall der Sprache angemessen: nach-drücklich und körnicht, wenn er lehrt; pathetisch und vollklin-gend, wenn er straft; sanft, einschmeichelnd, angenehm tändelnd,wenn er von Liebe spricht; komisch und naiv, wenn er spottet;possierlich und launisch, wenn er bloß Lachen zu erregen sucht.
Der Sprachenmcngcrcy, die zu seiner Zeit schon stark cin-gcrissen war*, und die er nicht unrecht von den vielen fremdenVölkern, welche der Krieg damals auf deutschen Boden brachte,herleitet"*, machte er sich nicht schuldig; und was er mit einemdeutschen Worte ausdrücken konnte, das drückte er mit keinemlateinischen und französischen aus, welche letztere Sprache auchseine Zcitverwandtcn bereits für unentbehrlich hielten Er
° Sinngedicht 267 und 398.
" Sinngedicht 2S7.
Die Musen wirkten zwar, durch kluge Dichtcrsinncn,Daß Dcntschland sollte Deutsch , und artlich reden können,Mars aber schafft es ab, und hat es so geschickt,Daß Dcnlschland ist blut arm, drnm geht'es so geflickt.
°°° Sinngedicht 1594.
Wer nicht Franzo'sisch kann,Ist kein gerühmter Mann :c.