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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
-Hergesippr; für entsprossen, erzeugt. Sinng. 2375).Fürstinn von den Obotritcn, einer deutschen HeldcnartHcrgcsippt -c.
Desgleichen hat er auch zugesippt, für verwandt. (IX. 10.)
-Herzlich, welches ihr nur so viel als sehr bedeutet, nimmtLogau in seiner ursprünglichen Bedeutung für von -Herzen, mitSem -Herzen; nach der Analogie des Wortes mündlich:Herzlich hassen, mündlich lieben.
Einsickern, sich. (XIII. II.)
Wenn ein redlich frommer Christ hin sich sichert in das Grab.Ein Wort welches Logau ohne Zweifel gemacht hat, und wel-ches an diesem Orte uiigcmcin nachdrücklich ist, indem cs so vielsagen will, als: der Christ, der iczt in der U?elt nirgendssicher ist, begiebt sich in sein Grab hin, um daselbst gewißsicher zu seyn. Einige Neuere haben dergleichen Wörter ohneUnterschied getadelt, andere haben dergleichen bis zum Ekel ge-macht. Dichter von gutem Geschmacke halten das Mittel, undgebrauchen solche Ausdrücke desto seltener, je glänzender sie sind.Ein Poet muß sehr arm seyn, der seine Sprache nur durch eineinziges Mittel aufzustützen weiß.
-Hochrrgchrig braucht Logau für hoffartig; so wie man dasGegentheil niederträchtig nennt. Sinngcd. 117.
Wer will Pertunda stolz, hochträchtig auch wohl nennen?
Beym ersten Anblicke könnte man cs für hochschwanger neh-men; und cs kann leicht seyn, daß unser Dichter, der gar keinFeind von Wortspielen ist, auf diesen Ncbcnbcgriff mit gcziclcthat; denn das augcführtc Gedicht heißt weiter:
Er giebt genug an Tag, er mus; sie recht nicht kennen.
Heißt dieses denn wobl stolz? Sie bleibet unten an,
Und duldet über ihr so leichtlich jedermann.Ucbrigcns kann dieses hochträchtig, in so fern es der Gegensatzvon niederträchtig ist, einen analogischcn Grund für die Ablei-tung von Hoffart mit abgeben, daß solches nehmlich nicht von^ofArr, sondern von hoch Fahrt gemacht und zusammengezogensey. Auch scheint Logau an einem andern Orte, wo er aus-drücklich -Hochfahrt schreibt, Sinng. auf diese Etymolo-