Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
325
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Wörterbuch,

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gic zu zielen; welche dadurch außer allen Zweifel gesetzt ist, daßwir in unsern ältesten Dichtern überall -Hochfahrt lesen.Höchlich, für hoch. Sinng. 2269.

Wer höchlich falle» soll, den muß man hoch erheben.Sich hochlich verrvunvern ist noch im Gebrauche.

-Königthum; der Liebe Honigthum ist die Ucberschrift des1174 Sinngedichts, welches wir unter Rosen anführen werden;und ein Wort, welches unser Dichter zum Scherze gemacht hat,nach der Achnlichkcit des Wortes Märtyrcrthum u. a. m.

-Husche, die. Auch die Nachrichtcr haben ihre Kunstwörterund dieses ist eines davon. Sinng. 2269.

Calvus, der ganz kahl am Kopfe, mcvnt man, werd ans Holz noch kleben;

Sorgt drum sclbstcn, wie der Henker ihm wird doch die Husche geben.Unsere Wörterbücher erklären -Husche durch Ohrfeige. Daß esaber hier etwas anders, und zwar so etwas bedeute, was anden Haaren oder mit den Haaren geschieht, giebt der Augen-schein. Denn warum dürfte Calvus sonst besorgt seyn, wieihm, als einem Kahlkopfc, der Henker die Husche geben werde?Man sagt noch in der Sprache des Volks: sich huschen, ein-ander bey den Köpfen kriegen. Auch braucht man in eben die-ser Sprache das Wort husch als eine Zntcrjcction der Geschwin-digkeit: husch! va roar er weg- An dieser Stelle bedeutetHusche also den letzten Stoß, den der Ucbclthätcr bekömmt,lind wobey ihn der Henker vielleicht beym Schöpfe ergreift.Der Begriff der Geschwindigkeit, welchen das Zwischcnworthusch hat, macht, daß eine Husche auch in verschiedenen Pro-vinzen einen übcrhingchcndcn Platzregen bedeutet. Man erlaubeuns aus dieser letzten Bedeutung beyläufig eine Stelle aus demRabelais zu erklären. Dieser possierliche Schriftsteller brauchtin seinem Gargantua zu verschiedenen Malen das Wort Unu1'üv. Er sagt z. E. tumliunt imr uno koutüv clo nluie. SeineAusleger wollen, Iioulvv sey so viel als koröo, und dieses soviel als i>Iuvi»ka wm^vktus :ul Iioi'-un tluraiis vel «ürciwr. DieseErklärung ist offenbar gezwungen, und sie würden sie schwerlichgewagt haben, wenn ihnen unser deutsches Husche bekannt ge-wesen wäre. Daß aber Rabelais etwas deutsch verstanden habe,