Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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328
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Friedrichs von Logau Sinngedichte,

xotte hat es schr wohl gekannt, und ihm im zweyten Theileder Geschichte dieses Ritters S. 459. eine schr glückliche Stellegegeben. Der lächerliche Sancbo sagt daselbst von den so ge-nannten sieben Ziegen am Himmel: Ick koscre mit diesenZiegen drey bis vier Stunden. Das zusammengesetzte Zeit-wort liebkosen wird noch überall gebraucht. Bey diesem letz-ter» merken wir an, daß Logau dafür licbec'osen schreibt.Sinng. 726.

Ruchel für Küche, hin und wieder, als Sinng. 403.

Die edle Poesie ermuntert Sinn und Geist,Daß er greift an mit Lust was schwer und wichtig heißt.Ob nöthig ist das Brodt, so läßt man gleichwohl geltenDie weitgereiste Würz, und sonstcn was da seltenIn unsre Kuchcl kömmt, man gönnet auch der Lust,Bedarf es nicht Natur zu Zeiten eine Kost.

Ruchel ist eigentlich Ocstcrrcichisch und nicht Schlcsisch; man sagtees aber zu Aogaus Zeiten in Schlesien , um mit der Hofsprachczu reden.

Rürmeln, kömmt bey unserm Dichter so wohl, als beyandern vor, und bedeutet so viel als: lallen, schmeichelnd stam-meln. Unsere Wörterbücher haben dieses Wort gar nicht, undvon seiner Ableitung ist nichts zuvcrläßigcs zu sagen. Sinng. 798.

Wir zeugen Kind auf Kind,

Ein Dcnkmaal l'inter uns daß wir gewesen sind.

Gut! Gut! Was kann uns sonst aus Wermut Zucker machen,

Als wenn das liebe Kind mit Rürmeln und mit Lachen

An unser Haupt sich drückt, uns lieber Vater nennt,

Und macht daß man in ihm sich wie im Spiegel kennt.

Zmglcichm: Sinng. 908.

--vom süßen Namen Sohne

Ein kürmelnd EremplarEben so spricht Gpirz von einem ncugcborncn Kinde:

Was es kürmcl» wird und lachen

Werden lauter Verse seyn.K.ohcn stein braucht es so gar von dem freundlichen, verliebtenMurren der Löwen. (Arminius 1 Theiles zweytes Buch S. 84.)