330 Friedrichs von Logau Sinngedichte
nen weit natürlichern Ursprung zu geben, wenn wir ihn vondem einheimischen Worte lauern ableiten, da denn ein Lauerso viel bedeuten wird, als: ein Schleicher, ein tückischer Dieb.Man sehe auch das 114te Sinngedicht des Xtcn Buchs.
^ebensfadenreißerinnen, ein poetisches, von unserm Logauzum Scherz gemachtes Wort, ohngcfähr wie des La-Fontainekmurs lil-mciieriZZ. SlNNg. 2448.
Ware» alle dreh nicht Gräen, wäre» sie nicht Gorgoninncn,Waren sie nicht alle drcve Lcbcnsfadenreißerinncn,,War es doch zum inindsten Eine.L.ieb, das; für die Geliebte. Ein Schmcichelwort der Lieb-haber, wofür einige itzt Liebchen sagen; ist bey allen Zcitver-wandtcn unsers Dichters im Gebrauch. Sinng. 2637.Paulus ist ein Freund der Welt, aber nur der kleinen Welt,Wenn er sein geliebtes Lieb fest umarmt beschlossen hält.So sagt auch Flemming:
„Mein Lieb gedenket weg; was wünsch ich ihr für Glucke?Eben so sagten auch unsere Alten vor vierhundert Zahrcn:
Rinne, Kot inustl? inieil »n >Iir leelien.d. i. Mein Lieb, oder mein Liebchen, Gott müsse mich an dir rächen,liebeln,' ein nicht unebenes Verbum öiminntivam vonlieben. Unser Dichter sagt von der Zeit des Frühlings: (VI. 19.)Da vor Freuden alles wiebelt,Da mit Gleichem Gleiches liebelt :c.sieben, einem. Es liebr mir, sagt Logau , anstatt, es ge-fällt mir. (XIII. 12.) Das ganze Wort heißt: es geliebt mir;allein die Sylbe ge wird, wie bekannt, oft weggeworfen.Npilz sagt:
„--sehr schöne Schrift auf Steinen
„Die mir so sehr geliebt.Und an einem andern Orte:
„Geliebet dir ein Berg?K.untenrecbt, ist eine scherzhafte Benennung unsers Dichters,worunter er eben das versteht, was unser heutiger witziger Pö-bel, mit einem wcithcrgcsuchtcn Wortspiele, das I»s canonicumnennt. Sinngcd. 2516.