Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
331
Einzelbild herunterladen
 

Wörterbuch.

331

Luntcnrccht hält rechtes Recht nur für Lumpcnrccht.

Wo Geweilt zum Herren wird ist Gerechtigkeit ein Knecht.

M.

Mannisch für männlich. Anh. 166.

Die Deutschen sind nicht männisch mehr zc.Magd und Rnabe in der edcln Bedeutung des ^uoll-r und,,uer der Lateiner. Sinng. 568. Ueber ein Nrambettc.

In die Lust liegt hier begrabenEine Magd mit ihrem Knaben;Die einander gan; ergeben,Dieser Welt wie nickt mehr leben,Die mit Armen umgcwundcn,Wie in einen Sarg gebunden :c.

Auch das Diminutivum davon, Magdchen, oder Mädchen,kömmt bey unserm Logau in der edcln, anakrcontischcn Bedeu-tung vor, welche uns vornehmlich ein neuerer Dichter so ange-nehm und geläufig gemacht hat. (VI. 22. 24.)

Manne, die; als der Pluralis von Mann, für Männer.Anh. 96.

Weiber» sind GebrechenSonstcn nicht zu rechen,Außer wenn sie fehlen,Und die Manne zahlen.

Wenn wir also ißt sagen z. E. zehntausend Mann: so istvielleicht dieses Mann nicht so wohl der Singularis, als viel-mehr dieser alte Pluralis, und es sollte eigentlich zehntausendManne heißen. Zwar wird das Zeitwort in der einfachen Zahldazu gcsctzct, z. E. (I. 6.)

Es bleibt in keiner Schlacht itzt vierzig tausend Mann.Doch auf diese Einwendung würde sich auch antworten lassen.Maultasche. Sinng. 1097.

Eine Maultasch ist ein Ding, zwar nicht schädlich an dem Leben,Außer, daß sie dem Gehör Abbruch will und Nachtheil geben.Maultasche ist das, was man sonst Maulschelle, Ohrfeigenennt. Zn einigen Provinzen spricht man Maultatsche; ausdiesem Tatsche hat man, vielleicht durch den Glcichlaut verführt,Tasche gemacht, da es doch, allem Ansehen nach, so viel als