Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
347
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Wörterbuch.

347

Triller» für plagen. Anh. 6t.

Die Steuer trillt uns noch.Triller» ist eigentlich ein militärisches Wort, und bedeutet soviel als das heutige ererciren. Daher Trillhaus, Trittmeister x.Trompter für Trompeter. Sinng. 1369.Trorzer, der; ist poetischer als der trotzige.Tmnmelbafrig, wovon man die Endsylbe ig besser weg-läßt; wird von Pferden gesagt, als welche man tummelt.Sinng. 826.

Ein sanftes Thier gehört auf einen enge» Steg,Ein tumiuclhaflig Gaul auf einen breiten Weg.

U.

Uebergeben, anstatt verlassen oder aufgeben. Sinngcd. 774.

Gott hat neben sich gcsctzetAuch bcn Nächsten; wird verletzetDurch den Dienst, der ihn gleich liebet,Und den Nächsten übcrgicbct.

Ueberständig; wird von Früchten gesagt, die man allzu-lange auf dem Baume gelassen, und die endlich von selbst ab-fallen. Sinngcd. 2278.

Ein alt Weib fiel die Stiege» ab. Kein Wunder bildt euch ein:Die Früchte fallen von sich selbst, die übcrständig sevu.

Uebcrrveibcn, sich, würde eigentlich heißen, der Weiber aufeinmal mehr nehmen, als man bestreiken kann. Bey unsermDichter aber kann es nur heißen: zur Unzeit ein Weib nehmen,oder so viel Weiber nach einander nehmen, daß man der letz-ten nicht mehr gewachsen ist. Sinng. 1893.

Nufus hat sich übcrwcibr; hätte sollen denken dran,

Daß man mehr nicht schlachten soll, als man füglich salzen kann.

Unartig, nennt Logau jedes Ding, das aus seiner Artschlägt. So ist ihm z. E. ein unartiger Sommer, Sinngcd.244. cin Sommcr, dcr schr heiße Tage und sehr kalte Nächtehat. Ztzt brauchen wir unartig nur für ungesittet, ungezogen.

Unfromm. (V. 63.) Sagt unserm Dichter etwas wenigerals'sc; denn er setzt fromm und nnfromm einander entgegen,wie Biedermann und -Heuchler.