Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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348
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

Unvcrfreyr, für unvcrchlicht, unvermischt. Sinng. 638.

Unverfreyrer ^vein.

Den Ehstcind lob ich zwar, nicht aber lob ich Wein,Der da mit Wasser will zu Zeiten chlich seyn.Unzahl, die; so viel als unzählbare Menge. Sinng. 2764.wo der Dichter eine durchlauchtige Person anredet:

Die Menge macht mich arm: ich kann nicht Zierde» haben,Zu streichen zierlich ans die Unzahl Eurer Gaben.

N.

Verbriefter Adel ; cm Adel, den man nicht durch Ahnenbeweist, sondern durch den Adclbricf; ist die Ucbcrschrift des2t54tcn Sinngedichts; ein zum Scherz gemachter Ausdruck,nach der Analogie der Wörter verschanzt, verzöunt?c. Ebenso nennt er von dem angehängten Siegel oder Bulle an der-gleichen Adclbricfcn, die neuen Edelleute bullenedel. Unser Lo-gau, der von altem Adel war, spottet an vielen Stellen mitBitterkeit über ncugcmachte Edelleute. Tscherning spottet ebenso bitter über einen alten Edelmann, den cr Lagopus nennt.(Frühl. S. 95.)

verbringen, sagt unser Dichter allezeit anstatt vollbringen.Sinng. 695.

Die Finken, die im Lenz nicht singe».Die bringens ans den Herbst dann ein:Der muß dann alt erst rasend scvn,Der jung es konnte nicht verbringen.

vollbringen, vollenden, vollführen sind wohl unstreitig guteWörter, und einer sehr guten Ableitung fähig; da hingegenverbringen zweydcutig ist: denn es bedeutet auch das Gegen-theil von zusammenbringen, nehmlich verschwenden.

Verbürgen, ctwaS; cavore clo aluma ro. Dieses gerichtlicheWort hat unser Dichter sehr wohl gebraucht. Die Poeten,sagt cr (XIII. 1t>.) haben den alten Helden

Die Sterblichkeit verbürget,Daß sie sie nicht genvirgct.

D. i. sie haben für die Sterblichkeit gut gesagt, daß diese ih-nen nicht schaden solle. Weil man aber öfter etwas, das ge-chehen soll, als etwas, das nicht geschehen soll, verbürget,