Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
354
Einzelbild herunterladen
 

Friedrichs von Loa.au Sinngedichte.

Nlohlbespracht, so viel als beredt, oder vielmehr in vie-len Sprachen erfahren. (VM 86.) '

Ulohlbervußr, der; mcns conkeis reeti, das gute Gewissen.Sinnged. 1966.

Bey dem Acrgstcn Bestes hoffen gebt wohl keinem an,Der sich seines Wohlbewußtcs nicht getrosten kann.

Wohlfeilkeir. Sinng. 265.

Wütig; voll Wut, wütend. Sinng. 846.

Die Kinder Gottes sind, sind, wie ihr Barer, gütig;

Die Satans Kinder sind, sind, wie ihr Vater, wutig.Wütigkeit. Sinng. 1093.

Wann sich mit Gewalt Unverstand vcrfrevt,

Wird geboren drans tolle Willigkeit.Munder, für Mccrwundcr, Wundcrthicre; ist noch gebräuch-lich, und dient unserm Dichter zu einem Wortspiele. (IX. 66.)

Z.

Aankeisen für Zänkcrinn. Sinng. 4494.Zeihen, sich; ist das Gegentheil von sich verzechen, Ver-zicht thun; (Siehe oben unter dem Worte verzeihen) auch istes das Gegentheil von verzeihen, vergeben. Es heißt also imersten Verstände etwas begehren, etwas haben wollen. (VIII. 39.)Sagt, was wollen die sich zeihn,Wenn sie eigennützig sevn?Wenn sie das gemeine HeilMessen nach dem eignen Theil? u. s. w.

Eben so sagt «vpirz im A.obe des Rriegcsgortes: (v. 676.)

--Was zeiht Achilles sich,

Sich Nestor, seinen Hals zu setzen in den Stich,Ulysses gleichfalls auch? Achilles mag regierenSein Land Thessalien :e.

und im zweyten Verstände heißt es: Schuld geben; wie Lutheres schon gebraucht hat: wer kann mich einer Sünde zeihen?

Zeilfolge. Dieses Wort ist die Überschrift des 2429tcnSinngedichts; und bedeutet so viel als, die Kunst sich in dieZeit zu schicken.

Wer lieblich singen will, muß fallen bald, bald steigen;

Wer ruhig leben will, muß reden itzt, itzt schweigen.