Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
355
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Wörterbuch.

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Aus der ersten Zeile sollte man fast schließen, daß dieses Wortzu Ä.ogaus Zeiten ein musikalisches Kunstwort müsse gewesen seyn.?uckt- 4. vereeunclia, pudor. Sinngcd. 4267.

---Wicwohls der Brauch verbeut,

Und deutsche Zucht nicht will, die auch den Argwohn scheut.Daher kömmt Züchtig, bescheiden; in Süchten und in Ehren;und das Zeitwort zuckten, welches wir in folgender Rede desSancho Panßa sehr deutlich erkläret finden:Ich will es Euchaufrichtig sagen, ein Stück schwarz Brodt, und Zwiebeln dazu,schmecket mir in meinem Winkel, wo ich für mich bin, undnicht so zuckten darf, eben so gut, als ein Truthahn in Ge-sellschaft vornehmer Leute, wo ich ganz langsam essen, undnur kleine Schlückchcn thun, mir auch aller Augenblicke dasMaul und die Finger abwischen muß, und weder husten, nie-scn, noch gähnen darf, so sehr mir es auch ankömmt." DonGuixotre. 2 Buch XI Eap. 2. proles, xrotspia; in der Stelledie unter verthun angeführet worden.

Aungenhonig, ein poetischer Ausdruck; bedeutet so viel als,schmeichelhafte, liebkosende Reden. Sinngcd. 774. Zungen-honig, Hcrzcnsgift.

Fabeln. Drey Bücher.

Nebst Abhandlungen mit dieser Dichtungsart verwand-ten Inhalts 1759.

Vorrede.

Ich warf, vor Zahr und Tag, einen kritischen Blick aufmeine Schriften. Ich hatte ihrer lange genug vergessen, um sievöllig als fremde Geburten betrachten zu können. Ich fand,daß man noch lange nicht so viel Böses davon gesagt habe,als man wohl sagen könnte, und beschloß, in dem ersten Un-willen, sie ganz zu verwerfen.

Viel Ueberwindung hätte mich die Ausführung dieses Ent-schlusses gewiß nicht gekostet. Ich hatte meine Schriften nieder Mühe werth geachtet, sie gegen irgend jemanden zu ver-theidigen; so ein leichtes und gutes Spiel mir auch oft der all-

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