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ZL0 Abhandlungen iibcr die Fabel.
Diese Einthcilung aber — kaum brauche ich es zu erin-nern — beruhet nicht auf einer wesentlichen Verschiedenheit derFabeln selbst; sondern bloß auf der vcrschicdncn Bearbeitungderselben. Und ans dem Exempel schon hat man es ersehen,daß eben dieselbe Fabel bald einfach, bald zusammengesetztseyn kann. Bey dem Phädrus ist die Fabel von Sem kreissen-den Nerge, eine einfache Fabel.— — Hoe scrlptum eK tibi,
(jui mgAna cum miniU'Is, vxtricas nikil.Ein jeder, ohne Unterschied, der grosse und fürchterliche Anstal-ten einer Nichtswürdigkeit wegen macht; der sehr weit aushöhlt,um einen sehr kleinen Sprung zu thun; jeder Prahler, jedervielversprechende Thor, von allen möglichen Arten, siehet hiersein Bild! Bey unserm Hagedorn aber, wird eben dieselbe Fa-bel zu einer zusammengesetzten Fabel, indem er einen gcbäh-rendcn schlechten Poeten zu dem besondern Gcgcnbilde des kreis-senden Berges macht.
Ihr Götter rettet! Menschen flieht!
Ein schwangrer Berg beginnt zu kreisscn,
Und wird itzl, eh man fichs versieht,
Mit Sand und Schollen um sich schmeissen ic.
Suffenus schwitzt und lennt und schäumt:Nichts kann den hohen Eifer zähmen;Er stampft, er knirscht: warum? er reimt,Und will itzt den Homer beschämen:c.
Allein gebt Acht, was kömmt heraus?Hier ein Sonnet, dort eine Maus.Diese Einthcilung also, von welcher die Lehrbücher derDichtkunst ein tiefes Stillschweigen beobachten, ohngcachtct ihresmannichfaltigen Nutzens in der richtigern Bestimmung verschie-dener Regeln: diese Einthcilung, sage ich, vorausgesetzt; willich mich auf den Weg machen. Es ist kein unbctrctcncr Weg.Ich schc cinc Menge Fußtapfcu vor mir, die ich zum Theil un-tersuchen muß, wenn ich überall sichere Tritte zu thun gedenke.Und in dieser Absicht will ich sogleich die vornehmsten Erklä-