Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
397
Einzelbild herunterladen
 

397

III.

Von der Einthcilnng der Fabeln.

Die Fabeln sind verschiedener Einthcilungcn fähig. Voneiner, die sich aus der vcrschicdiicn Anwendung derselben crgicbl,habe ich gleich Anfangs geredet. Die Fabeln nehmlich werdenentweder bloß auf einen allgemeinen moralischen Satz angewen-det, und hcisscn einfache Fabeln; oder sie werden auf einenwirklichen Fall angewendet, der mit der Fabcl unter einem undeben demselben moralischen Satze enthalten ist, und hcisscn zu-sammengefegte Fabeln. Der Nutzen dieser Einthcilung hatsich bereits an mehr als einer Stelle gczcigct.

Eine andere Einthcilung würde sich aus der vcrschicdncnBeschaffenheit dcs moralischcn Satzcs hcrholcn lassen. Es giebtnehmlich moralische Sätze, die sich besser in einem einzeln Falleihres Gegentheils, als in einem einzeln Falle der unmittelbarunter ihnen begriffen ist, anschauend erkennen lassen. Fabelnalso, welche den moralischcn Satz in cincm cinzcln Falle dcsGegentheils zur Intuition bringen, würde man vielleicht indi-recre Fabeln, so wie die andern direcre Fabeln nennen können.

Doch von diesen Einthcilungcn ist hier nicht die Frage; nochviel wcnigcr von jcncr unphilosophischcn Einthcilling nach dcnverschiedenen Erfindern oder Dichtern, die sich einen vorzügli-chen Namen damit gemacht haben. Es hat den Kunstlichterngefallen, ihre gewöhnliche Einthcilung der Fabcl von cincr Ver-schiedenheit herzunehmen, die mehr in die Augen fällt; von derVerschiedenheit nehmlich der darinn handelnden Personen, linddiese Einthcilung ist es, die ich hier näher betrachten will.

Aphthonins ist ohne Zweifel der älteste Scribcnt, der ihrererwähnet, 6- ^5o^>, sagt er in seinen Vorübungen, ?o

^.o^txo^, ?o 6s -^A-ixov, ?o <5s ^tX?c>v.^o)/cx<zv ui ?t notkiv «u^ploTro? ^^«-^«1: i^t-

xav 6« ?o ?u>v «^.o^/uiv ^A^o^ «7cc>^ic^l.o^<l^x2>c>v: ^i.iXT'oi' 6s

7°o Lc^i.cpoT'xpiuv «^o^-l>^> scoet ^o^txoi^. Es giebt drcv Gat-tungen von Fabeln; die vernünftige, in welcher der Menschdie handelnde Person ist; die sittliche, in welcher unvernünftigeWesen aufgeführet werden; die vermischte, in welcher so wohlunvernünftige als vernünftige Wesen vorkommen. Der Haupt-