III. Von der eintheilung der Fabel.
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<mch nicht wohl ohne sie bestehen. „Die äsopische Fabel, sagt„er, ist eigentlich zu reden, das Schauspiel der Kinder; sie un-terscheidet sich von den übrigen nur durch die Geringfügigkeit„und Naivität ihrer spielenden Personen. Man sieht auf die-„sein Theater keinen Cäsar, keinen Alexander: aber wohl die„Fliege und die Ameise zc." — Freylich; diese Geringfügigkeitder spielenden Personen vorausgesetzt, konnte Batteux mit denhöher» poetischen Wesen des de la Motte unmöglich zufriedenseyn. Er verwarf sie also, ob er schon einen guten Theil derbesten Fabeln des Alterthums zugleich mit verwerfen mußte; undzog sich, um den kritischen Anfällen deswegen weniger ausgesetztzu seyn, unter den Schutz der mangelhaften Eintheilung desAphlhonius. Gleich als ob Aphlhonius der Mann wäre, deralle Gattungen von Fabeln, die in seiner Eintheilung nichtPlatz haben, eben dadurch verdammen könnte! Und diesen Miß-brauch einer erschlichenen Autorität, nenne ich eben die kleineTücke, deren sich Batteux in Ansehung des de la Motte hierschuldig gemacht hat.
U)olf° hat die Eintheilung des Aphlhonius gleichfalls beybe-halten, aber einen weit edlem Gebrauch davon gemacht. DieseEintheilung in vernünftige und sittliche Fabeln, meinet er, klingezwar ein wenig sonderbar; denn man könnte sagen, daß einejede Fabel sowohl eine vernünftige als eine sittliche Fabel wäre.Sittlich nehmlich sey eine jede Fabel in so fern, als sie einersittlichen Wahrheit zum Besten erfunden worden; und vernünftigin so fern, als diese sittliche Wahrheit der Vernunft gemäß ist.Doch da es einmal.gewöhnlich sey, diesen Worten hier eineandere Bedeutung zu geben, so wolle er keine Neuerung ma-chen. Aphlhonius habe übrigens bey seiner Eintheilung dieAbsicht gehabt, die Verschiedenheit der Fabeln ganz zu erschöpfen,und mehr nach dieser Absicht, als nach den Worten, deren ersich dabey bedient habe, müsse sie beurtheilet werden, ^dlit vnini,sagt er — und o, wenn alle Liebhaber der Wahrheit so billigdächten! — sblit, ut neZemus accurate coAltalle, <zui von Ial!saccurate loyuuotur. puerile oK, vrrorls reclargucre eum, «zu! ad
° pliilolvpli. pi'sclicko nniveistilis I>-,rs poN. Z. 303.