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Zur Geschichte und Litteratur. Erster Beytrag.
chleunigcn Abdrucke dieser Fabeln, daß sie damals ein Buchgewesen, welches viel gelesen ward: denn wenn die Wahl derersten Drucker schon nicht immer auf die besten Bücher fiel, sofiel sie doch sicherlich immer auf die gangbarsten.
Eine Anmerkung dringt sich hier mir zu lebhaft auf, alsdaß ich sie ganz verschweigen sollte. — Wie wenig man sieht,wenn man nur das sieht, was man sehen will! wenn man fürmchts Augen hat, als für seinen Kram! Und wie bekannt et-was seyn kann; und zugleich wie unbekannt! — Als ersterDruck, war unser Fabclbuch bekannt genug, nur als das, wases eigentlich ist, war es so unbekannt, daß cS, völlig ungcrügr,einmal und zwcymal, als etwas ganz Neues, ans Handschriftenkonnte und durste gedruckt werden. Das macht: der Littcratorverachtet meistens den Poeten; und der Poet lacht gemeiniglichüber den Littcrator. Zeder begnügt sich, um seine Welle zugehen, wie ein geblendeter Gaul. —
Wer sich indeß auf die Seltenheit eines deutschen Druckesvon 1461 verstehet, wird leicht begreifst», daß weder Scher-zen, noch den Herren Schweißern aus ihrer Unwissenheit einVorwurf zu machen. Es wäre sonst eben als ob man vonihnen verlangte, daß sie auch alle Handschriften sollten gekannthaben, die von den nehmlichen Fabeln hin und wieder inBibliotheken annoch verborgen liegen. Denn wahrlich ist einso früher Druck an Seltenheit einer Handschrift vollkommengleich; und der insbesondere, von dem die Rede ist, wohl nochgar ihr weit daran vorzuziehen. Denn Handschriften von diesenFabeln kenne ich doch wenigstens scchsc; da ich hingegen vonder Bambcrgcr gedruckten Ausgabe ein zweytes Exemplar, ausserdem mistigen, nicht nachzuweisen wüßte. Wenigstens macht esmir der Herr von -Heinere ungewiß, ob dasjenige Exemplar,welches Saubertus doch wohl wird gesehen haben, annoch inder Nürnbcrgischcn Bibliothek befindlich ist, oder ob es gar je-mals daselbst vorhanden gewesen
(°) Nrlimlich in einem ncncn Werke, (lllue »-vi,e>!>l>- ,1'unu l!»lwc>i<»lc«u>i>ieilv il'kNiiwi'v» ckc. » Violine t77l. p, s?5.) in welchem er die inden Nachrichten von Runstiern und Runsisachcn ertheilte Beschiel-bnng, mit einigen Zusätzen wicderhohlt IM.