Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

lieber die Fabeln aus den Zeiten der Minnesinger.

1!»

Auch wer er aller rügend vol

Und wie vil ein mensch gut thut

So dunket es die werlt nit gut

Gesehen sint vil leut plint90. Der herze so vergifftig sint

Was sie hören oder sehen

Das sie darzu das poste iehcn

Der sich vor den gchutcu kan

öS sint frauen oder man96. Der mag wol frolich loben got

Kumpt er hin ane spot.Zn dieser ganzen Fabel, so wie sie hier und in unsrer erstenAusgabe zu lesen, ist schlechterdings nichts, was den Lesartender neuen Ausgabe vorzuziehen wäre. Vielmehr ist dieser alteText nicht allein durch offenbare Druckfehler verunstaltet, (z. E.gleich in der vierten Zeile, wo es paß für Sas heisscn muß;)sondern auch an mehr als einer Stelle verstümmelt. Zwischender 18tm und I9tc» Zeile fehlen ihm folgende, oder ungefehrfolgende Zeilen, wie sie die verschiedene Rechtschreibung undMundart geben würde:

Das er auch reiten soltc

Der alte gerne wolte

Nebent bi dem csel gan

Do bekamen in zwen ander man.Zwischen 44 und 45 fehlet:

Sus gingens uff der straffe hin

Der escl ging auch ler mit in.Desgleichen nach der 64sten:

Warta warta sechent an

Ein esel tragent zwcne man

Der soelt sie beide billich tragen

Wen mag es wol ze mere sagen.Denn so liefet dieses alles die neue Ausgabe der Schweißer,vollständiger und richtiger: welches Lob ich ihr, auch in nochmchrcrn Fabeln, nicht ungern zugestehe.

Za ich will eben so gern einräumen, daß wenn es über-haupt weiter nichts, als einige bessere Lesarten wären, die aus

2»