Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
74
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74 Zur Geschichte und Litteratur, Erster Beytrag.

sonst, auch für einen völlig Unwissenden, sehr leicht zu vermei-den) für Arabisch angesehen: und sie war Türkisch. Zcnc ver-stand Auvolf, aber nicht diese. Er konnte also wenig mehrdarinn lesen, als die eigenthümlichen Namen, aus welchen derStammbaum bestehet. Die den meisten dieser Namen hingegenbcygcschriebcnen Nachrichten, wie auch ein ziemlich langer Ein-gang, waren ihm durchaus unverständlich. Daher es dennauch kömmt, daß sein Summarischer Bericht fast nichts mehrenthält, als was man aus Schickards obigem allgemeinenInhalte eben so gut ersehen kann; widrigenfalls ich ihn ganzmitzutheilen nicht ermangeln würde.

Nur ein einziger Punkt ist ihm völlig eigen, der aber umso wichtiger ist. -L.udolf nehmlich hatte den Türkischen Ein-gang abschreibet: lassen, und ihn nach Wien an den kayserlichenInterpreten, Meninsky, geschickt, um sich dessen Erklärung zuerbitten. Ob ihm Meninsky (der zweyte also, der um unserManuskript gewußt) eine wörtliche Uebersetzung davon zukommenlassen; daran zweifle ich: indem alles, was -Rudolf von ihmdaraus ersehen zu haben angicbt, sich nicht weiter als auf denTürkischen Verfasser erstreckt. Dieser nun hat Joseph, BenAbdul-A.atiph gcheisscn, und zu den Zeiten Solimane, desSohnes und Nachfolgers Selim des I, gelcbct; das ist gegen1520 bis 66.

Es ist bedenklich, daß Scbick'ard von ihm gar nichts ge-wußt, ja auch nicht einmal vorgebauet hat, damit wir unswenigstens keinen falschen Begriff von ihm machen könnten.Denn da er ausdrücklich sagt, das Ende der Genealogie reichtbis auf den XNurad, den Sohn Selim des II: so verleitet eruns zu glauben, daß der Verfasser auch unter diesem Kavsergelebt habe; da doch beyde diese Kayscr, 5Numv, seines Na-mens der III, und Selim der II > bloß von einem spätern Ab-schreiber hinzugefüget worden. Das natürlichste, was hierausfolgt, wäre also wohl, daß Schickard selbst kein Türkisch ver-standen; und das hat auch Rudolf mit dürren Worten darausgeschlossen. Za er fügt hinzu, daß eben daher sich SchickarVauch in etlichen Namen und Personen gcirrct habe. Dieses willsich nun freylich mit dem so recht nicht reimen, was Brucker,