Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
153
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Lcibnitz von den ewigen Strafen.

Mosheim drucken lassen wollte, und nicht drucken ließ, ist es,was ich hier aus unserer Bibliothek gemein machen will.

Um nicht nnangezcigt zu lassen, wie sie in unsere Biblio-thek gekommen, muß ich sagen, daß sie Mosheim selbst, demAnsehen nach, aus unserer Bibliothek erhalten. Wenigstenswar derjenige, dessen Güte, iu Mittheilung derselben, er andcr-werts rühmen wollte, der damalige Bibliothekarius Hertel.Doch da Hcrtcl mit Lcibnitzen selbst viel Umgang gehabt hatte,auch nach allem sehr begierig war, was selten und hetcrodoxhieß: so kann es eben so wohl seyn, daß er sie mit sammt derSoncrschen Schrift, Moshcimen aus seinem eignen litterarischenVorrathe mitgetheilet, als unter welchen sie also, erst nach sei-nem Tode, unserer Bibliothek einverleibet worden wäre. Dieseswird mir auch daher wahrscheinlicher, weil sich nicht nur eineAbschrift von Moshcims Gedanken, sondern auch dessen eigen-händiger Brief an Hcrreln dabey befindet. Jene stimmt mitdem nachher geschehenen Abdrucke völlig überciu; diesen aberwill ich in der Anmerkung (*) ganz vorlegen; und so, ohneweiteres, den Leser zur Hauptsache kommen lassen.

(°)Nebst nochmaliger gehorsamster Danksagung' für die meinetwegenneulich gcnsmmcnc Mühe, sende ich hier sowohl meine eigene Einfälle, alsSoneri Bedenken von den Strafen der Hollen zurück. So spitzfindigdieses letztere eingefädelt, so leicht ist mit dem ehrliche» Manne nach seineneignen Grundsätzen auszukommen. Er setzt zum Grunde, in Gott sey keineandere Gerechtigkeit, als diese, daß er seine Zusage halten müsse; in allenandern sey seine Macht lniumschränkt. Sehr wohl! So wird denn deut-lich folgen, daß Gottes Gerechtigkeit gar nicht hindere, daß er den Gott-losen ewige Strafen auflegen könne. Nach seiner Macht kann er dieß thun.Der ganze Streit wird demnach darauf ankommcn, ob Gott wirklich in derSchrift den Gottlosen ewige Strafen gcdrohct. Aber köinmts so weit, sowird der ehrliche Sociniancr verlieren, und man wird ihm auf eins zchc»antworten können. Ich schriebe mehr, wenn ich mein Meister wäre. Uebcr- morgen soll Ich wieder disputiren, und meine andern Cvllcgia sollen auchvor Ostcrn gecndigct seyn. Daher wird mir fast kein Augenblick frey ge-lassen, und, die ich frcv habe, muß ich zur Ausfertigung des Haies» an-wenden. Meine Betrachtungen über die Conduitc der Dordrechtschcm'tcr werden eben nicht wohl den Advocatcn dieses Conciiii gefallen. Dochsie sind auf klare Facta und Sätze der Bcrnuust gegründet. Ich bin ohneAusnahme, u. f. w. Mosheim.