Lcibnltz von den ewigen Strafen.
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stcns sonach Sokratcs die Strafen der Hölle nicht überhaupt, ohneUnterschied, ewig machte. Aber wenn blos dadurch seine Lehreerträglicher wird: was ist denn in unserer Religion, das unshindert diesen Unterschied nicht auch anzunehmen? Was unshindert? Als ob nicht der grössere Theil unserer Glaubensge-nossen ihn wirklich angenommen hätte? Zencr mittlere Zustand,den die ältere Kirche glaubet und lehret, und den unsere Re-formators, ohngcachtct des ärgerlichen Mißbrauchs, zu demer Anlaß gegeben hatte, vielleicht nicht so schlecht weg hättenverwerfen sollen: was ist er im Grunde anders, als die bes-sernde Soldatische Hölle? Und wenn es denn nur auch blos möglichwäre, ja in alle Ewigkeit blos möglich bliebe, daß es Sündergeben könne, welche auf keine Weise zu besser» stünden; Sün-der, welche nie aufhören könnten zu sündigen: warum für dieseblos möglichen Ungeheuer, nicht auch blos mögliche, ihnen al-lein zukommende Strafen annehmen, oder gelten lassen? —
— O meine Freunde, warum sollten wir scharfsinniger alsA.eibm'cz, und menschenfreundlicher scheinen wollen, als Sokrares?
Beantwortete Anfragen.
1 — 3.
1.
Unseres Herzogs Durchl. waren von einem Gelehrten inBraunschweig um Mittheilung folgender Manuskripte gebetenworden.
1. Geographische Nachrichten des XNsnchs Zöaco.
2. Pe^erle Reise nach Mlosca«, vom Jahre 1606.bis 1608.
Z. Neue Zeitungen aus dem Moscoroiter L.ande, vomIahre 1610.
4. Briefe, die zwischen R. Sigismund von Polen,und dem falschen Demetrius gcrvechselt worden.Als ich die Erlaubniß erhielt, sie ihm übersenden zu dürfen,hatte ich, bis auf eines, sie aufzufinden wenig Mühe. Dieseseine fand ich aber auch gar nicht, so viel Mühe ich mir immer
Leslings Werke IX. 12