Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
238
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S!Z8 Zur Geschichte und Litteratur. Zweyter Beytrag.

mi-emlns oder por-st^Iinm gcncnnct wird; und folglich von demRrcuzgange die Rede ist, dessen Eine Seite der Abt Älasiusausgebauet, so wie drey andere mit gemalten Fenstern ausgc-zicrct haben soll: was können dieses anders für Fenster gewesenseyn, als die, von welchen ich behaupten will, daß die altenHolzschnitte genommen worden?

Aber was hätte ich sonach viel damit gewonnen, daß ichden Ungnind jener Nachricht des Lrnsius erwiesen? Sie mö-gen 1617 oder 1491 gemalt seyn: was kann ein Unterschiedvon .?9 Jahren hier helfen? Die Holzschnitte sind doch auchzuverlässig älter, als 1491. Und wenn ich es schon von dervermeinten Original Ausgabe, die ohne Zahrzahl ist, gegen allehergebrachte Meynung, gegen allen Ausspruch der Kenner, leugnenwollte: wie könnte ich es von den zwey Ausgaben mit deutschemTexte leugnen, in welchen ich die Zahrzahlcn 147V und 1475hier vor meinen Augen sehe? Die lcztcrc derselben besteht, wieschon gesagt, auch aus den nehmlichen vierzig Blättern; unddiese vierzig Blätter waren also schon längst da, ehe die Vor-stellungen, die sie enthalten, auf die Fenster zu Hirschau ge-bracht wurden.

Ich weiß hierauf freylich nicht recht zu antworten. Aberdennoch gestehe ich, daß ich mich des Wesentlichen meines Ein-falls auf keine Weise einschlagen kann; sondern mich vielmehrdarinn bestärke, je öftrer und genauer ich die alten Holzschnittebetrachte. Sie sind doch so augenscheinlich nichts als Fcnstcr-gemaldc! Das gothische Klosterfcnstcr hat doch so offenbar ihreganze Einthcilung bestimmt! Wie also, wenn sie auch nur vonältern Fcnstcrgcmäldcn eines andern Klosters genommen wären?Oder wie, wenn selbst zu Hirschau die nehmlichen Gemälde sich,schon lange vor den Zeiten des Dlasius, in den Fenstern desKreuzgangcs befunden hätten? Denn Blasius hat doch nichtden ganzen Krenzgang gcbauet; dieser Kreuzgang hatte schonvor ihm Fenster; und diese Fenster konnten vom Anfange an,das ist, von Erbauung des neuen Klosters an, von 1991 an,eben dieselben Gemälde gehabt haben, die zu den Zeiten desBlasius natürlicher Weise sehr beschädiget, sehr verunstaltet seynmußten, und die Blasius folglich nur erneuern und wieder her-