Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
239
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Eycinalige Fciisicl'gciiulldc im Kloster .^irschau. 239

sicllcn ließ. Die vierzig Holzschnitte mit dem deutschen Textewürden sonach vielleicht die Hirschauschcn Fcnstcrgcmäldc vordem Blasius seyn: so wie die mit dem lateinischen Texte, dievon ihm erneuerten und in der Zeichnung etwas veränderte»seyn würden. Ein besonderer Umstand, der mir dieses wahr-scheinlich macht, und mich überhaupt bewegt, von den Hirschau-schcn Fenstern durchaus nicht abzugehen, ist dieser, daß sie sogarauch die kleinen Sculeu halten, welche in den Holzschnitten,von beider Art, die drey Felder in der Mitte scheiden. Ichlerne dieses aus der obgcdachlcn Beschreibung des AndreasReicliKrds, die ich weiter hin, so weit sie zur Sache gehört,mittheilen will.

Der Gedanke inzwischen, daß sich vielleicht die nehmlichentypischen und antitypischcn Gemälde in den Fenstern von mch-rcrn alten Klöstern befunden, ist auch nicht zu verachten. Dennman kann durch ihn von allen den verschiedenen Arten der,unter dem Namen der IM!!» p-iunorum bisher bey uns bekann-ten, alten Holzschnitte, eine sehr gute und natürliche Rechen-schaft geben. Es giebt, ausser den Folgen derselben von vierzigBlättern, andere von zwey und zwanzig, von sechs und zwan-zig, von acht und dreißig, von fünfzig Blättern. Woher dieses?Woher sonst, als von dem vcrschicdlichcn Umfange, von dergrösser» oder kleinern Anzahl der Fenster in den zu verzierendenKrcuzgängcn? Wo nicht mehr Fenster waren, konnten auchnicht mehrere dergleichen Gemälde angebracht werde»; und derFormcnschncidcr copicrte gerade so viele, als er in diesen« oderjenem Kloster fand, ohne sich zu bekümmern, ob in einem an-dern eine grössere Folge davon vorhanden sey.

Ob denn aber auch die vollständigste derselben, ausser dieserihrer Bestimmung, Fenster zu verzieren, jemals noch etwas an-ders gewesen sey; ich will sagen, ob sie jemals nichts als einBuch gewesen sey, ob die Holzschnitte bestimmt gewesen, diesesBuch bekannter nnd allgemeiner zu machen: daran zweifele ichsehr. Zwar hat man freylich von diesen bisher nicht wohl etwasanders glauben können; und der Titel Lil>Iia paupormn hateinen solchen Glauben ohne Zweifel bestärkt. Aber von wemist er den», dieser Titel? wo schreibt er sich her? Er findet