Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
240
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240 Zur Geschichte mid Litteratur. Zweyter Beytrag.

sich bey keiner von den vcrschicdncn Sammlungen der Holzschnitte,und alle, welche vor dem Herrn von -Heineke ihrer erwähnen,geben ihnen nach Gutdünken ganz verschiedene Benennungen.Der Namen, sagt dieser um sie so verdiente Mann, welchenwir ihnen im Deutschen geben, nehmlich /ZM/a /^»^o,-um,schickt sich am besten. Denn diese Bilder sind sicher ge-macht worden, damit diesenigen, die nicht im Stande wa-ren, ein damals sehr kostbares Manuscript von der heil.Bibel ;u bezahlen, dennoch mit wenigen Rosten einen Be-griff von der Bibel und deren Innhalce bekamen. Daß siezu dieser Absicht gelegentlich haben dienen können, will ich nichtleugnen: ob sie aber in jenen Zeiten zu dieser Absicht ausdrück-lich gemacht worden, dürfte wohl eine andere Frage seyn. Denndamals sollte der gemeine Mann die Bibel nicht lesen: wemhätte also einfallen können, einer anderweits dazukommendenUrsache, warum er sie auch nicht so leicht lesen konnte, alsitzt, auf irgend eine Weise abzuhelfen? Was damals daherauch etwa den Titel LiKIIa pauporum führte, war nichts wcni--ger als ein Werk für den gemeinen Mann, dem man dadurcheinen kleinen Begriff von dem Znnhaltc der Bibel machen wollte;sondern vielmehr ein Werk für die Prädicanten, deren Armuthoder Unwissenheit man damit zu Hülfe zu kommen suchte. Die-ses beweiset die Biblia pauperum des Bonaventnra, wovon einalter Druck ohne Zahrzahl und Ort sich in der Bibliothek fin-det. Es ist nichts, als eine homiletische Schwarte, die nichtdie geringste Achnlichkeit mit den alten Holzschnitten hat.Zwar ist es wahr, daß es auch sonst noch eine Ursache ha-

(°) Der Titel heißt: Lililis, pauperum » «lomiiio vonovenw» ediiaomniliiis vre>lics,>or!lius vsruliiis. Die nähere Beschaffenheit derselbe» erklä-ren die am Ende befindlichen Worte: ^xpiiciunt exewpia lscre scripiur»vrilinst» keclinlliilll »IxliskeNim ut nvMnt s>ne lunt »ücossüriü, in iniiwi'iiskermvnum et vretlieslionuin k»ciliu» a pretliciUorilnis inveniri. !11<itt<ircCrom. I. p. SS9.) gedenkt einer Ausgabe von 1490 in 4. Wenn es diesenehmliche seyn soll, so weiß ich nicht, wo er die Jahrzahl hergenommen;die ihr inzwischen gar wohl zukommen könnte. Ob der heil. Bonaventura,oder ein anderer dieses Namens vrMnis »liiioium, der Verfasser sey, kannich auch nicht sagen. Fabricius macht weder unter diesem, noch untereinem andern, das schöne Werk namhaft.