354 Zur Geschichte und Litteratur. Zweyter Beytrag.
4. Bey dem Alallilus habe ich mich nicht lange aufzuhaltennöthig geachtet, weil ihn XNencke mit jenen pai^Iipowonis be-reits drucken lassen. Wenn jedoch Rreysig davon sagt, daß cralldort, „aus 323 (soll hcissen 325) Versen bestehe, die, was„die Syllben anbetrift, mit so vielen poetischen Fehlern behaftet„wären, daß sie beynahe der Anzahl der Verse gleich kämen:"so muß ich von unsrer Abschrift anmerken, daß sie nicht alleineinige Zeilen mehr hat, sondern auch viele von den prosodischcnFehlern darin wegfallen; wovon ich jedoch Proben anzuführen,nicht der Mühe werth halte. Genug, daß man es hier ange-zeigt findet, wo man das Ding richtiger haben kann, wenn esirgend einmal wieder sollte gedruckt werden.
Z. Selbst die eommenwrii hier zuerst drucken zu lassen,würde ich mich wohl bedacht haben, wenn es allein ihr innererwahrer Werth, ihre eigentliche Brauchbarkeit wäre, was michdazu hätte bewegen sollen. Denn wahrlich ist diese nur sehrgering; falls sie nicht anders als nach den neuen historischenWahrheiten müßte geschätzt werden, die wir nun endlich ausihnen lernen. Allein sie sind ohnstrcitig von einer andernSeite desto wichtiger. Da sie nehmlich das allererste sind, wasvon den Meißnischen Alterthümern zu einer Zeit geschriebenworden, als das Studium der vaterländischen Geschichte inDeutschland nur eben seinen Anfang nahm; da ihr Verfasserder ist, dem Bcrtuff, Wilhelm!, Schmidt, Krause, Fiedler,und so viele andere Sammler und Schmierer dieses Schlages,in seinen Fabeln von den ältesten Zeiten blindlings gefolgt sind;da er eben der ist, welchen die bessern Geschichtschreiber, Albi-nus, Fabricius, Rcincccius, der Ncurern nicht zu gedenken, sooft widerlegen, ob sie schon nicht selten an die Stelle seinerErdichtungen eben so grundlose Dinge setzen: so ist es um soviel besser, daß man nunmehr die Schrift selbst vor sich hat,auf welche sich sowohl die einen als die andern beziehen; beson-ders da man, zu einiger Rettung des Stell«, noch wohl an-nehmen konnte, und wirklich angenommen hat, daß cr vielleichtalte Nachrichten und Chroniken aus der mittlern Zeit gebrauchthabe, die in den nachfolgenden Kriegslasten verloren gegangen.Zwey von dergleichen Quellen auf die cr sich auch wirklich beruft,