erasimiS Stella.
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waren bereits bekannt; nehmlich kut,vinus oder Ii.^6ovicus8ax<z> und Oitm-vi c-ltalnZus epifcopornm lUvrioliiii-Fenlinm: lindnun wird man finden, daß er jenem auch einen Ilei-m.innns(S. 339.) bcygcscllct. Hermann der Rrüppel, oder sonst einbekannter Hermann, kann dieses nicht seyn, als bey welchensich schwerlich etwas findet, womit sich die Grillen des Stell«beschönigen liessen. Wer wäre es also denn? Gehört er wohlauch in die Classe der andern zwey, die noch niemand gese-hen hat, und die wohl schwerlich jemals in der Welt gewe-sen sind?
6. Denn leider ist es nur zu gewiß, daß Stell« nicht al-lein seine wahren Quellen so wundcrscltsam gebraucht, daß esihm nicht schwer werden können, aus allem alles zu machen:sondern daß er, ohne Bedenken und Scham, auch deren mehrals eine gänzlich erdichtet hat. Er lernte diese schöne Kunstohne Zweifel in Italien . Wenigstens scheint mir des Anniuseherne Tafel von vitcrbo, ganz das Vorbild zu seinem Epi-taphio der SchrvanhilSe gewesen zu seyn. Und wie, wenn erauch noch ein anders Epitaphium erdichtet hätte, weswegen manihn zwar bisher noch nicht im Verdachte gehabt? Ich meynedas Epitaphium des Markgrafen Ticizcmann, j„ der PaulincrKirche zu Leipzig . Meine Gründe, solches zu glauben, sinddiese. 1. Das Monument ist schon an sich selbst verdächtig,wie N?ild'e in dem Leben des Markgrafen gezeigt hat. 2. ESist nicht allein unwahrscheinlich, daß Dantes, dem es zugeschrie-ben wird, sich damaliger Zeit in Deutschland aufgehalten: son-dern es ist auch schlechterdings nicht wahr, wie aus des Ma-ncttns Lebensbeschreibung des Dantes zu beweisen. 3. DieVerse selbst sind des Dantes unwürdig. 4. Wenn Dantes siealso nicht gemacht hat: wer hätte sie ihm, zu Ende des fünfzehn-ten Jahrhunderts, wahrscheinlicher unterschieben können, alsStell»? Konnte Stclla einem andern Italiener ein ganzesWerk unterschieben: warum nicht auch dem Dantes einige Verse?Beide, jenes Werk und diese Verse, betreffen noch dazu zweyBrüder. 5. Srella selbst beruft sich (S. 249.) auf dieses Epi-taphium, um eine Sache damit zu beweisen, von der es aus-gemacht ist, daß er sie lediglich erfunden. Nehmlich, den alten
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