36k Zur Geschichte und Litteratur. Zweyter Beytrag.
Namen der Gegend um Leipzig und ihrer Bewohner. Denneines von beiden kann mir wahr seyn. Entweder Dantes hatdie Verse wirklich gemacht: und so ist der Name I^ili-motlianiund I.ik-motria allerdings älter als Stell«. Oder Stell« hatden Namen erdichtet: und so kann Dantes die Verse nicht ge-macht haben, in welchen er vorkömmt. K. Stell« beruft sichnicht allein auf das Epitaphium, sondern unter den Papierendes Althammers findet sich auch eine Abschrift davon, die dieservon dem Stell« selbst erhalten zu haben scheinet, und in wel-cher verschiedenes mit einer Veränderung vorkömmt, die nur derVerfasser selbst hernach hat machen können. Die Unterschrift heißtdaselbst blos: ^nno vomini NeeOVIII. Dantes l^lorontinus oxul.Doch ist noch die Jahrzahl 149k beygefügt; vielleicht um an-zuzeigen, wenn Stclla die Abschrift genommen haben wolle.Als nun die Kirche 1618 wieder erneuert ward; was war leich-ter, als daß Stell« vorgab, das Epitaphium in ihrem ehe-maligen Zustande abgeschrieben zu haben, und daß er Glaubendamit erhielt? — Ich werfe alles dieses so hin, und überlassedie Ausführung einem, den die Mcisscnschc Geschichte näher an-geht, als mich.
K. Denjenigen, welcher dem Stella seinen Betrug mit derGrabschrift der Schwanhilde spielen helffen, nennen Wilhelmund Schmidt, Johann S.upas von -Hcrm«nsgrün, einenVoigtlanvischcn von Adel. Zn den paralinm»«-«!«, beymMencke heißt er loliannes I^n^u« vx HormsnsArun, auch Oo-minus dv HormünsFrnn; und in einer Anmerkung wird hinzuge-gcfügt, daß Qupus hier so viel sey, als U?olfgang oder N?olf.Kreysig hat hieraus „einen Johann A.apus, Besitzer VesGuts -Hermansgrun" gemacbt, und es scheinet, als ob er ge-glaubt, daß die Grabschrift auf diesem Gute selbst solle'seyngefunden worden. Allein hier in unserm dorollar!» nennt sichder Finder Ivliannvs I^unus vx Uvi-mimsZrun, und datirct seineBescheinigung vx arcv Selioznioldenli, woraus mir wahrschein-licher ist, daß Herm«nsgrun sein Geschlcchtsnamc gewesen. Zu-gleich sagt er ausdrücklich, daß die Grabschrifl nicht in Her-mansgrün, sondern in azro paz! petroll gefunden worden, überwelche Worte in unsrer Handschrift Steinvorf, von der nehm-