IZ72 Zur Geschichte und Litteratur, Dritter Beytrag,
che» Ortt nn»iüglich zu kommen, es geschehe dann durch grosse Geschenkund Gaben, oder durch die Sprach, oder sonst durch Gunst uud Proniovirung grosser Potentaten, welcher Dinge keines, als nehmlich Ga-ben, die Sprache oder Promvvirung ich zu hoffen hatte: nahm dcro-halbcu nach lange» hin und her Denken zum Crcmpcl den ApostelPaulum, der in gleichen Sachen, nehmlich auf daß die Wahrheitgcoffcnbarct werde, ist allen alles worden, den Juden ei» Jude, denHeiden ei» Heide, uud befichlet, man soll ihm in solche» Sache»nachfolge». Auf solches ?rc>>»c>lillim Pauli, uud »jemand auf keiner-lei) Seiten, weder Juden, noch Heiden, noch Christen, »och Türke»zu verletzen, Gott ist mein Zeuge, habe ich solche» Brief geschrieben,Ja so begierig die Wahrheit zu erforschen bin ich gcwcst, daß ich auchauf solche Weise, als wie Paulus , zu einem Juden oder z» cincmHeiden wollte geworden seyn; solch mein gut 1'inpolllum ist mir alsoübel ausgelegt worde».
Nun, mein lieber LandSmann, urtheil itznndcr, wie man mit mirsey umgaugcn; vb diß auch göttlich und billig sey. Wenn jemandPanlo hatt fürgcworffen: Ey, Paule, du hast in deiner Schrift uudPredigten Jude» uud Heiden dem Teufel gegeben, und bist nun selbstzu einem Jude» und Heiden worden. Hätt auch ein solcher PauloRecht gethan? Nein gewißlich. Von solche» meinem pi^wlilo habeich aus Pohleu zwcymal gen Heydelbcrg geschrieben an den Churfür-sten selbst; aber ich kann nicht glauben, daß solche Briefe überantwor-tet seyn worde». Ma» würde sonst ohn allen Zweifel über den 8>1-u-muin kein solch Urtheil gefällt haben. Solches, was ich itzt schreib,ist vor vier Jahren mein ?i'o^olitum gewesen, da ich diesen Briefschrieb, den der Pfaltzgraf in meiner Schreibstuben unter meinen Büchcrn gefunden hat: aber itzund, da ich sonst keinen Platz, in der gan-zen weiten Welt gehabt habe, und wunderlich durch Gottes Schickung,wie Ihr droben gehört habt, gen Constantinopcl bin kommen, undder großmüthigste Kayser mich beschützet und beschirmet, ist dieß mein?roi><Mmn gar nicht ans dißmal, wie es zu demsclbc»mal gewesenist. Wohlan, daS sey das erste Argument, daß meine WidersacherUnrecht gegen mich gehandelt haben, da sie mir die Worte im Briefevorgeworffen, u»d doch mein eigentliches Vornehmen nicht verstan-den habe».