Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
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408
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408 Zur Geschichte und Litteratur. Dritter Beytrag.

macht zu haben glaube. Sanvius nehmlich sagt,(") daß Mat-thias Glirius eben derselbe zu seyn scheine, dessen Possevinusunter dem Namen Matthias Polonus gedenke, und von demer melde, daß er Joh. Sommern in dem Rectorate zu Clau-scnbiirg gefolgt sey. Nur für einen Polen glaubt ihn San-dius deswegen nicht halten zu können, weil er des Zvh. Syl-vanus und Adam Neuscrs Gefährte gewesen, und an derenVerfolgung in der Pfalz Antheil gehabt habe: tuit onim lolian-nis 8^Iuan! et ^dami Routen tooius, so perteeutionis oorumziÄrticops. Nun wissen wir aber, und wissen es sehr zuverlässig,daß in die Neuserschcn Händel in der Pfalz , ausser dem Syl-vanus, welcher am schlechtesten dabey wegkam, niemand ver-wickelt gewesen, als noch Jacob Suter und Matthias Vehe -Folglich ist entweder die Nachricht des Sandius gänzlich falsch:oder Matthias Glirius ist kein anderer als Matthias Vehe .Ich glaube das Letztere. Matthias Vehe , glaube ich, als erdie Pfalz und Deutschland verlassen mußte, fand für gut, sei-nen Namen zu verändern, und nannte sich Glirius anstattvehe. Der Grund, warum ich das glaube, ist, weil mir Gli-rius nichts anders als das übersetzte vehe zu seyn scheinet.Denn Vehe hieß, und heißt in verschiedenen Gegenden Deutsch-lands noch, ein kostbares Rauchwcrk, oder vielmehr dasjenigekleine Thier, dessen Fell dieses Rauchwerk ist, und das im La-teinischen mit dem allgemeinen Worte <ZIis benennet wird: so,daß das Adjectivum kliiius sehr wohl einen bedeuten könnte,der seinen Namen von einem dergleichen Vehe zu führenglaubte.

13. Wenn denn solchergestalt aber auch schon, wie gesagt,Glirius uns anf Neusern zurück brächte, und beide, Davidis und Glirius , folglich ihren Irrthum aus einer und ebendersel-ben Quelle hätten: so bleiben doch noch so manche andereübrig, von welchen Socinus gesteht, daß sie pr-eter vvl antc-I^isneiseum Daviclis den nehmlichen Irrthum gehägt und aus-gebreitet haben. Gegen einen derselben, gegen den Joh. Palao-logns, hatte ihn Socinus sogar schon in einer eigenen Schrift

(°) vlkUolli. ^ViilUrinil. p. K0.