Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
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457
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Vom Alter der Oeluuücrey.

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darauf, seine Oelfarbcn mit etwas zu versetzen, um der gefähr-lichen Sonne weniger zu bcdürffcn.

Dieses angenommen, könnte es denn auch gar wohl mög-lich seyn, daß Johann von Eyck an seiner Erfindung verschie-dene Zahrc ein ihm eigenes Geheimniß gehabt hätte. Dennseine Erfindung bestand nicht in dem Gebrauche des Oels, wel-chen man ihm sogleich würde abgesehen haben: sondern sie be-stand in dem Gebrauche eines Mittels, das man ihm so leichtnicht absehen konnte.

Dieses angenommen, würden sich endlich auch die An-sprüche vergleichen lassen, welche auf die Ehre, die Oelfarbcn,wo nicht erfunden, doch eben so früh, oder wohl noch früher,als Johann von Eyck, gebraucht zu haben, für andere neuereKünstler gemacht werden. (5) Sie alle können, ungefehr umeben dieselbe Zeit, gar wohl in Oel gemalt haben. Aber vonihnen allen hat keiner die Oclmalercy erfunden/

Anmerkungen.

Um den Leser weder durch Anführungen, noch durch Neben-dinge zu unterbrechen, habe ich diese Anmerkungen hinten nachfolgen zu lassen, für gut befunden. Sie dienen auch überhauptweniger für den, der sich blos von der Sache unterrichten will,als für den, der sich einer eigenen Prüfung derselben unterzie-hen wollte.

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geben cinmülhig vor^ Denn ich kenne nur zweyMänner, die sich von dieser Einmüthigkcit einigermassen aus-schlicsscn, indem sie, das Alterthum der Oclmalercy zwar nichtausdrücklich behaupten, die Neuheit derselben zwar nicht aus-drücklich leugnen, aber doch auch jenes eben so wenig schlech-terdings leugnen, als diese schlechterdings behaupten möchten.Sie stehen nur an; sie halten ihre Stimme nur zurück. Unddiese zwey Männer sind ich zweifle, ob sie beide nochjemals zusammen genannt worden; ich zweifle, ob man siebey einem andern Anlasse sobald wieder zusammen nennendürfte unser Littcraror I«c- Zr. Reimmann, und der Grafvon LaMs.