Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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274
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Andreas ScultctuS.

Das Zuchthaus segucten; wie das Crythcr-Mecr,An zweyer Berge statt, das ausgepreßte HeerNcrmanrct und verschanzt, hingegen dessen Wagen,Der sich, nicht Gott, getrotzt, in einen Klos geschlagen:Das war ein großer Tag. Wie Ainalek hernachNicht anders, als ein Bar, aus seinen Gränzen brach,Den Gottes Cencral durch zweyer Hände BittenVielmehr, als Josua durch Tausend, welche stritten,Die Flucht zu geben zwang; wie aller Himmel GottDen trüben Sinai mit Flammen sein Gebot

Das Zuchthaus segneten^ Segnen hat eine» guten und schlimmen Sinn,und begreift ursprünglich alles, was Feinde oder Freunde bey ihrer Tren-nung einander sagen und anwünschrn. Daher heißt es auch überhauptperlassen, sich von etwas scheide», in welcherlei? Gesinnung es auch scv.Und in dieser letzten Bedeutung steht es hier, wo man eben so wenig denBegriff der Verwünschung nothwendig damit zu verbinden braucht, alsbey dem Segne Gott nnd stirb der Frau des Hiebs. Das Wort ent-spricht in allem dem Hcbrciischm ii»r->e: oder vielmehr, nach diesem habenes die deutschen Bibelübersctzcr einzurichten nnd verschiedentlich zu brauchen,sich die Freyheit genommen. Daß bcv dem Segne GOtt und stirb ebena» kein Lastein und Verfluchen GOltcs zu denke», hat auch unser neuesterUcbcrsetzcr des Hiobs bestätiget. Aber ich bctanre fast, daß er darum fürgut befunden, das Wort segnen überhaupt dabev nicht zu brauchen, son-der» dafür zu setzen:Sage Gott gute Nacht und stirb." Ich fürchte,daß dieses gute Nacht sagen niehrcr» zu gemein vorkommen dürfte. Viel-leicht hätte es »och eher heisst» könne», Scheid ab von Gott und stirb.Die deutsche» Bibclübersrtzcr vor Luther» brauche» i» dieser Stelle, anstattsegne»/ gesegnet!/ n»d sage«: Gcsegne dem Herrn und stirb. Ichgebe zu daß weder das eine »och das andere in diesem Verstände ursprüng-lich Deutsch ist; aber jenes ist es doch »uu cimiial geworde«, und dieStelle uuscrs Dichters zeigt, was für ei» g«tcr kräftiger Gebrauch sichdavon machen läßt.

in einen Klos geschlagen^ die gemeine Sprache sagt dafür in einen Klum-pen schlagen; und der Dichter hat das Klumpe» bloß veredle» wolle».Es sind aber Klumpen und Klos nicht völlig eiiicrlcv, Klumpen kannvon jeder Masse gesagt werden, von Bleu, von Thon: aber ich zweifele,ob ä»ch KloS. Denn bcv den Alten ist KloS das eigentliche ßleiiü,, ohnedie nmiöthigc Verlängerung in ErdkloS oder ErdcnkloS, die es in denneuer» Zeiten bckommcn. So sagt Lulhcr: (Hiob xxxvm. 38.) Wennder Staub begossen wird, daß er zu Hausse lauft, und die Klöße aneinander kleben. Die ältern Uebcrsctzcr habe» für Klöße in dieser Stelledas Wort Schollen.