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Andreas Sciilteliis.
Daher Geblüte dann, hoch überaus geschwellt.An allen Enden röhrt. Es wäre wohl bestellt,Wann, Magdalena, dn die Blutabtrauffelflockcn,So unser Herr geschwitzt, in deiner goldnen LockenFußtrockentuch gefaßt. Ich halte meinen MundZu diesem Blut hinan, hier wird mein Geist gesund.Zu Rom mag immerhin das Fechterblut erfrischen,Das einer in sich sanft, wann noch desselben GischeuAus dem Verletzten schäumt. Da ist der ganze Christ,Wo du, sein Blut, auch nur in einem Tropfen bist.
Was aber soll ich nun von dir, o Garten, sagen?Du wirst hinfort nicht mehr den Oelbaum langsam tragen,Weil über dich das Blut des Allerhöchsten fleußt,Und ringes sich herum auf deinen Grund ergcußt.Mit was für Blumen wird dein Erdreich künftig prangen,Demnach eS diesen Saft des Lebens aufgefangen?Ein andrer erndle Frucht, von dir, o Garten, ein,Mir wird nichts liebers nicht, als deine Düngung seyn.
III.
Auf das Absterben der Ehefrau des BuchhändlerJacobs in Breslau. *
Nicht anders, als ein Schiff jwar seinen Fährmann misset,
Doch aber Angesichts, wenn einer cingebüsset,
Man einen andern wählt, dem Schiffe vorjustehn,
Das samt den Leuten gleich zu Grunde wollte gehn:
So mißt auch Euer Haus die treue Hand der Frauen,
Und kann in höchster Angst auf keinen Helfer bauen,
Als bloß auf Euren Fleiß. Seht auf, als wie ein Mann,
Und schätzt euch doch nicht schwer, Herr, was ein Weib gethan!
° Diese Kleinigkeit, vom Jahre 1640. und die drey folgenden Stücke,sind nichts als Gelegenheitsgedichte; die aber deswegen schon werth waren,wieder gedruckt zu werden, um auf einmal alles übersehen zu können, wasvon ihrem Verfasser bis itzt sich auftreiben lassen. So unbeträchtlich sie ih-rer Gegenstände wegen sind: so viel eigenes hat jedoch auch das geringstederselben; und in allen sieht man den guten Kopf, der nach Plan, und im-mer »ach seinem eigenen Plane arbeitet.