Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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299
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Andreas Scultetns.

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Weiß aber oftmals nicht, ob das sich finden soll,

Vor dem er sich entsetzt. Du aber hast im Herzen

Erblickt und abgezehlt, wie viel dir Foltcrschmerjen

Dein Stammvolk anthun wird. Wie manch und vielerlei)

Blntmordspektakel ihm der Juden Tyrannei)

An dir zu sehn gedacht, schien dir, als Gott, obhanden,

Daher du auch, als Mensch, schon Marter ausgestanden.

Mich dcucht, Gemütherarzt, sammt daß du hier bereit,

Was dir das Tenfelsvolk für Unbarmherzigkeit

Hernachmals zugefügt, was auch für rauhes Leiden

In deiner Seelen dir der Himmel zubescheiden,

Schon übertragen hast. Allhier verlassen dich

Die Jünger schlafversenkt; allhier befindet sich,

Was du hernach gesagt, dein Geist von Gott verlassen.

Die Juden schleppten dich gebunden durch die Gasse»:

Hier, da die Hände selbst zu beten sich geschraubt,

Kanst du, mein Herr Gott , auch der Kräfte» ganz beraubt,

Den Leib kaum nach dir zieh». Sie werden um dich lege»

Ein PurpurspottungSkleid; hier macht der Blutschweißregen

Zum Purpur deinen Rock; ja, wie man dir hernach

I» deiner Kreutzigung durch Händ und Füße brach.

So ebe» hast du dich auf Erde » hier gestrecket.

Ich weiß nicht, was noch mehr für Wunder etwan flecket;

Doch über alles bürgt ein wunderbares Gut

Das ungefedert selbst hervor gedrungne Blut.

Ach Seelcnspicauard! ach lcbeuShafte Gabe!

An der ich meinen Geist und kranke Sinnen labe,

Ein Tropfen fälle sich in vielmal hundert Theil,

Ach Kraftblut, alle Welt macht eines dieser heil,

Und seelengüterreich. So wird kein Balsam fließen/

Noch auch der Weinbeersaft dem Winzer sich ergießen.

Als hier durch Haut und Fleisch dein Licfcrblut sich dringt

Und, einer Wolkenbrust fast zu vergleichen, springt,

O Gnadenqucll, mein Gott! Es ist in dieser Stunde

Dein roth durchstriemter Leib nur Eine bloße Wunde,

Liefcrblut^ so viel als geliefertes, d. i. geronnenes, coagulirtcs Blut. Sosagt auch Flemming:Geliefert Blut und Eiter rinnt häufig von ihm weg.