Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
305
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Andreas ScultctuS.

Das sinnenlosc Volk! Ihr könnt genauer wissen,Woher auf diesen Tag die Fastnacht Freuden flieffcn,Herr Goldbach, zweifelt nicht! Betrachtet Euer Haus,Schickt Augen und Vernunft nach wahrer Bothschaft ansNehmt aller Freunde wahr, wie muthig sie sich weisen,Und Eure Braut gcsammt mit einem Munde preisen.Dann welcher wüßte sich so steinern um die Brust,Dem dieses Conterfey der wahren TngendlusiVerschmählich sollte seyn? Wohlan, so habt Gedanken,Mit was für Einigkeit sie mit einander zankenlim Eurer Liebsten Zucht. Der Eine hält dafür,Sie sey der Sara gleich, und würde nach GebührEuch zu Gebote stehn. Der Andre will sie gleichenDer Tochter Bethucls, dieweil sie Hand zu reichenUnd wohl zu thun gewohnt. Der Dritte bringet an,Wie ihre Freundlichkeit das Herze brechen kann,Nach Rahels ihrer Art, um welcher Anmuth willenDer Jacob vierzehn Jahr, die keusche Brunst zu stillen,In Diensten hingebracht. Der Vierte macht Geschrey,Wie daß sie an Geduld der Lea Schwester sey.Der Fünfte bricht hervor, getrost ihr beyzumcsseii,Wie JaelS starker Muth ihr allen Sinn besessen.Der sechste Biedermann der übergeht den Muth,lind giebet ihrer Hand vor dir, du theure Ruth,Du unverdroßne, Platz. Sein Nachbar kann bewahren,Sie werde nimmermehr sich nach dem Winde kehren,-Das Elend bräche schon von Ost und Morgen ein,Vielmehr, wie Michal, Euch zum Schirme dienstlich seyn.Da nimmt der Achte dann ihm Anlaß, sie zu preisen,Und denkt Abigaii persönlich auszuweisenDurch ihren MannSvcrstand, Der Neunte giebt Bericht,Weil jedermann von ihr ein gutes Urtheil spricht,So schiene sie, und sey in diesem großen StückeDer Judith zugethan. Der Zehnte sinnt zurücke,Wie ihr Gesichte flammt, und langet ans den Grund,Daß Esters Wangenschmink und roscnglcicher MundSie angcstorbcn sey. Den Eilften deucht Susanna'.'esimgg Werke vni. 20