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Andreas ^cultetuS.
Richt keuscher seyn, als sie. Ein andrer paart die Hanna
Mit ihr in Frömmigkeit. Und immer so fort an,
Wie ich nicht alles hier mit Namen nennen kann,
Nimmt dieses Lobgcspräch und angenehme Streiten
Roch starker überHand; weit anders, als vor Feiten
Der ersten Römer Kern vor Ardca bezecht,
Ein jeder sein Gemahl, und Collatin mit Recht
In das Gestirne hub. Hier zielen alle Zungen,
Nicht wie ein jeder da für seinen Schatz gerungen,
Auf Euer HcrzenSlicb. Mir kommt es eben vor,
Wie in der Singeknnsi ein wohlbcstclltcs Chor,
In welchem keiner nicht dem andern gleiche singet,
Doch Eine Mclodcy im Untcrscliicdnen klinget:
So stimmen, welche hier von vieler Meinung seyn,
O Gönner, allzumal im Hauptpunkt überein.
Ach! scclig soll man Euch und aber scclig achten
Bey einer solchen Braut! Ihr Leben Thun und Trachten
Steht vor das HcyrathSgut: denn aller Geldgewinn
Fallt oft geschwinde zu, und oft geschwinde hin;
Das aber hat Bestand. Ihr könnet von den Sachen,
Dnrch Hülfe der Vernunft, Euch leichte Rechnung machen,
Daß eine reicher sey, die mit beherzter Hand
lind nberschifflcr Rast des Gangis seinen Sand
Zusammen lesen kann, als welche mit dem Gelde
Den Kasten überbrückt. Die Tugend zeucht zu Felde,
Sucht Beute Tag und Nacht; hat, was sie in der That
Noch lange, lange nicht ihr zu geworfen hat,
Und bleibt mit sich vergnügt. Das werden alle wissen,
Die Weisheit anSstaffirt; Ihr aber auch gemessen
An Eurer werthen Braut. Sie wünschet allbcrcit,
Und hoft die Wiederkunft der wunderschönen Feit,
In der die Sonne sich dem Westen wird vertrauen,
Und dieser Erdenrund, den Tempel Gottes, bauen
Mit Werken der Natur. Da weiß sie auch mit Lust
Die Unlust anszustchn. Dem Werder ist bewußt,
Wie sauer sie geschwitzt. So wird sie künftig wachen,
Und andern einen Muth mit ihrem Fleiße machen.