Berengarius Turonensis:
oder Ankündigung eines wichtigen Werkes desselben, wo-von in der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel einManuscript befindlich, welches bisher völlig unerkanntgeblieben; von Gotthold Ephraim Lessing ,Bibliothekar daselbst.
1770.")Vorrede.
Den Gelehrten ist bekannt, daß Herr Scl?mi0, Professorder Theologie bey dem Carolino in Braunschwcig, ohnlängstden Brief des Avelmanns an den Dercnganus, aus einerHandschrift der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel , zu er-gänzen das Glück gehabt. Die Ausgabe davon erschien zu ebender Zeit, als des regierenden Herzogs Durchlaucht, mir dieAufsicht über diese Bibliothek anzuvertrauen, die Gnade hatten:und es war natürlich, daß meine Ncugicrde, die nngedruckten Schätzederselben kennen zu lernen, dadurch ihre erste Richtung erhielt.
Ich zweifle, ob sie eine glücklichere hätte erhalten können.Denn gleich in den ersten Tagen gericth mir das Werk in dieHände, welches ich dem Publico hiermit ankündige.
Wie billig, ertheilte ich dem Herrn Schmid die erste Nach-richt davon, und gegenwärtige Ankündigung selbst, bestehet nur
°) Die Berichtigung«! einiger der angeführten Stellen, die Conrad Ar-nold Schmid nach der wolfcnbüttclischcn Handschrift gegeben hat, im fünftender lessingischm Beiträge (178t, nach Lcssings Tode) S. 255 ff., hattenhier ganz unbeachtet bleiben können, wenn die Eenauigkcit des Textes i»der Ausgabe der Schrift des Berengarius von A, F, und F. Th. Bischer(Berlin t834) die lessingischm Anführungen und Schmids Berichtigung der-selben überflüssig machte. Da dies aber nicht der Fall ist, schien es demHerausgeber gerathener die von Schmid angegebenen Lesarten der Handschriftmeistens gleich in den lcssingischcn Tcrt einzutragen, einige aber in Anmer-kungen mit Schmids Namen anzuzeigen.