BcreiiMius Turoiiensis,
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aus den Briefen, die ich darüber an ihn zu schreiben, Gele-genheit nahm.
Zwar schrieb ich diese Briefe sogleich in der Absicht, vonmchrcrn gelesen zu werden. Aber dennoch muß ich bekennen,— und um Verzeihung bitten, — daß ich weder die Zeit nochden Fleiß darauf verwandt habe, den diese weitere Absicht cr-fodcrt hätte.
Ich glaubte sogar, hier sey es allerdings besser, lieber umVerzeihung bitten zu wollen, als den Fehler nicht zu begehen.Es kömmt mehr daraus an, was ich ankündige, als wie iches ankündige; und lieber die Ncugicrdc der Welt, die ein sowichtiges Werk so lange entbehren müssen, ein wenig zum Nach-theil meiner Eitelkeit befriediget, als später.
Besonders merke ich nun wohl, daß es mir ergangen, wiees fast immer ergeht, wenn man von der Hand weg schreibt.Man wird zugleich zu kurz, und zu lang: man sagt zugleich zuviel, und zu wenig. Diesen und jenen ganz kritischen Punkthatte ich vielleicht nur kaum berühren sollen; mit gewissenSchriftstellern hätte ich mich bey weitem so tief nicht einlassensollen. Dagegen hätte ich mich bey dem wesentlichen Inhaltedes angekündigten Werkes länger aufhalten, und mehr Beson-derheiten desselben mittheilen müssen.
Doch wenn bey jenen Auswüchsen, höchstens nur einigeBogen verschwendet worden: so ist diesem Mangel, durch einigeBogen mehr, leicht ein andermal abzuhelfen. Ich habe ohne-dem noch gewisse Dinge zurück, die zwar nicht eigentlich dasWerk des Dcrcngarüis betreffen, aber doch aus-demselben einso besonderes Licht erhalten, und mit demselben in so genauerVerbindung stehen, daß sie einer eigenen Erörterung gewiß sehrwerth sind. Vornehmlich wird es die Schriften des Pasckasiusund Rarramnus gelten. Mehr brauche ich der Sache kundi-gen Lesern nicht zu sagen.
Was ich inzwischen vor itzt liefere, so viel oder so weniges ist, wird doch immer hinlänglich seyn, um einen Bcgrif vondem Ganzen zu machen, und die Anfrage darauf zu gründen,ob und wie fern dieses Ganze völlig an das Licht gebracht zuwerden verdiene?