Anmerkungen über das Epigramm.
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Zerstreute Anmerkungen über das Epigramm, undeinige der vornehmsten Epigrammatisten.
i.
Ueber das Epigramm.(1)
Man hat das Wort Epigramm verschiedentlich übersetzt:durch Uebcrschrift, Aufschrift, Znnschrift, Sinnschrift, Sinnge-dicht, u. s. m. Uebcrschrift und Sinngedicht sind, dieses durchden Gebrauch des -L.ogau, und jenes durch den Gebrauch desIvernicke, das gewöhnlichste geworden: aber vermuthlich wirdSinngedicht auch endlich das Ucberschrifc vcrdrengen.
Aufschrift und Znnschrift müssen sich begnügen, das zu be-deuten, was das Epigramm in seinem Ursprünge war; das,woraus die so genannte Dichtungsart nach und nach entstanden ist.
Wenn Theseus , in der Landenge von Korinth, eine Säuleerrichten, und auf die eine Seite derselben schreiben ließ: Hierist nicht Peloponnesus, sondern Arrika; so wie auf die entge-genstehende: -Hier ist Peloponnesus, und nicht Attir'a: so wa-ren diese Worte das Epigramm, die Aufschrift der Säule. Aberwie weit scheinet ein solches Epigramm von dem entfernt zuseyn, was wir bey dem Marrial also nennen! Wie wenigscheinet eine solche Aufschrift mit einem Sinngedichte gemeinzu haben!
Hat es nun ganz und gar keine Ursache, warum die Benen-nung einer bloßen einfältigen Anzeige endlich dem witzigstenSpielwerke, der sinnreichsten Kleinigkeit anheimgefallen? Oderlohnt es nicht der Mühe, sich um diese Ursache zu bekümmern?
Für das eine, wie für das andere, erklärte sich Vavassor(°).Es keuchte ihm sehr unnütz, den Unterricht über das Epigrammmit dem anzufangen, was das Wort seiner Ableitung nach bc-
(°) /1e e/iiA'-'amma/e ca/>. 3. ?rurlr» vilienlur feiiiitores IiHussrliki kuifke, qui no» i»ml piimum iulmonilos vlle voluerunl, epigruminit!l>>luv i»»ril,Iioi,l,'i>l li»ui» soiiitre. — ?ilcile inwlligimu!-, msnlitle vvliom,muliUit tiL»il>l,'iUi>i>iv t-l pot^llille vvcis.