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Ließ Opitz den Beruf der deutschen Phöbus Sinnen,Verstieg sich anderweit erhitzter auf die Zinnen,Wo grüner Ruhm hausirt. Die Sache ward bestürzt,Und durch des Meisters Rast im wachsen schon verkürzt,Als wenig unterbaut. Wer hat sich da gefunden,Der unsrer Lcyer sich so eyfrig untcrwundcn,Als, werther Cölcr, Ihr? Der Unsern VaterlandHat mit der ersten Milch den himmlischen VerstandIn Euren Sinn geflößt. Wen diese Stadt der Erde »Zum Bürger ausgesetzt, dem muß der Himmel werden;Der steigt, wie Feuer, auf. Auch ihr ParnassuSlicht,Das durch die kalte Nacht der grimmen Laufte bricht,Verdienet dieses Lob. Mincrvenbrüdcr Sonne,Ich meyne, Gruter, dich, der hatte seine Wonne,Wann Eure Muse sich durch einen LustgesangBis an den Rittcrfitz der Adromcden schwang:Und Buchner noch anjetzt. Wen solche Seelen lieben,Der hat sein Ehrenschiff schon hoch genug getrieben,Entstände gleich auf ihn die ganze Welt ergrimmt.Und eine LiebeSglut, die solcher Orte glimmt,Ist dieser vorzuzichn, so anderwegen brennet,Die Tugend aber nicht für ihren Zweck erkennet,Als wie AntistheneS . Bey Euch verfängt er wohl:Ihr liebet, was an Euch geliebet werden soll,Und ehret, was man ehrt. Die deutsche PicrinncIst das geringste fast an Eurem reifen Sinne,Wie hoch sie euch erhebt. Was Tacitus verschweigt,Der Sachen oft und viel nicht redet, sondern zeigt,Verschweigt er Euch doch nicht. Was dessen Mitgesellc,Der Einen Ruhm mit ihm, Ein Alter, Eine Stelle,Ein Herze hat geführt, was dieser Mann geblitzt,Hat Aufenthalt bey Euch. Was Florus ausgeschwitztIst Euer Labetrank. Was jener aufgeschrieben,Der diesen Tag zu Rom mit zwanzig Wunden bliebenUnd dreyen noch dazu; was LrispuS vorgestellt,In dem die lleppigkeit und Tugend sich gesellt,Versteht Ihr ohne Falsch. Was Victor hat besonnen,