Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
309
Einzelbild herunterladen
 

Andreas Scultctns.

Dem denkt Ihr weiter nach. Was andre mehr gesponnen,

DaS wirkt Ihr künstlich aus. Was weiland der Schlcidan,

Und unser Tacitns, der wichtige Thuan

Von Weltgeschichten zeugt, kann einer uiivergraben

Bey Euch auch ohne Buch in guter Ordnung haben.

WaS die gehöfte Welt, wo Silis sich crgeußt

lind das atlanter Meer die letzte Gränze schleußt,

Für Art zu herrschen hat, ist alles Eurem Herzen

Bekannter als bekannt. Ihr gleichet Euch der Kerzen

Bey Alexandria: dann Euer Sinn der steht,

Und wird auch weit gesehn. Er weiß, so was geschieht,

Was drauf geschehen soll; hält scharfe Hut und Wache,

Hat mit der Ewigkeit nicht eine schlechte Sache,

Die keinen Lassen liebt. So lebet Ihr, mein Licht;

Und welcher anders lebt, der lebt bey weitem nicht.

Wer aber lebt, wie Ihr, kann doppelt scelig leben,

Und, muß er seinen Geist den Parcen übergeben,

So reißt er dennoch aus, durchwandert alle Welt

Als eine Bürgerstadt, und schlaget sein Gczclt

Bis an den Himmel auf. Ach, sollten dieses wissen,

Die ihre junge Feit vorüber lassen fliesscn,

Wie würden ste nach Euch und Eurer Lehre stehn!

Ach könnte dieses mir doch recht zu Herzen gehn!

Ach daß ich mit der Zeit, mein Thales, Eure Lehren

Die, als Orakel, sind, gehirnter könne mehren,

Was Euer Fleiß von mir zum Lohne bloß begehrt! '

Ach daß auf diesen Tag mein Wahn sich nicht verkehrt!

Sonst will ich alles wohl mit gutem Muthe leiden,

Nur das verziehen nicht. Doch sagt mir, was zu meiden,

Was fortzufallen sey; ertheilt mir Eure Gunst,

Die mehr, als Lehren, gilt. Ich weiß noch keine Kunst,

Dann Unterthan zu seyn. Doch hab ich recht vernommen,

So sind von dieser Kunst die andern alle kommen.

Schaft Ihr nur mir getrost die Wissenschaften an.

Laßt sehen, ob ich nicht getroster folgen kann,

O Ursprung meiner Zucht. Wie bey den alten Tagen

Den jungen Greis von Gent der Skaliger getragen,