280 Zweites Buch. Achter Abschnitt.
berufen, bald wieder befreit wurde. Acriner und verschuldeterals er Venedig verlassen hatte, kehrte er nun dahin zurückund begann 1507 seine Arbeiten aufs Neue; aber Mangelan Mitteln lahmte seine Unternehmungen, bis ihm im darauffolgenden Jabrc sein Schwiegervater aus seiner Verlegenheithalf und sich mit ihm ganz verband.
In den Jahren 16i0 und 1611 ging aus der AldinischenOffizin nicht ein einziges Werk hervor- Der Krieg, zu welchemsich mehrere Mächte Europa's gegen die einzige RepublikVenedig verbunden hatten, verursachte diese lauge und ver-derbliche Unthätigkeit, während welcher Zeit Aldus Venedigabermals verließ und sich theils zu Bologna und theils zuFerrara aufhielt. Erst im Jahr 151,2 setzte er seine Druckereiwieder in Thätigkeit. In den Jahren 1513 und 1514 legteer viele Werke auf und bereitete den Druck einer noch größe-ren Anzahl vor, als er am 6teu Februar 1616 durch dreiMörder tödtlich verwundet, in seinem 67ten Jahre der Wissen-schaften und seiner Familie unvermuthet entrissen wurde. Sein, Leichnam wnrde nach Carpi gebracht und dort in der KircheS»n I-ateriii-iuo beigesetzt. Er hinterließ vier minderjährigeKinder, nämlich: drei Söhne Manutia, Antonio und 1'aolound eine Tochter, deren Namen unbekannt ist, welche sämmt-lich von ihrer Mutter, unter der Vormundschaft ihres Groß-vaters erzogen wurden, der auch die Leitung der Druckereiübernahm und sie mit seinen beiden Söhnen xisiive««» undxeckerivo bis zu seinem 1639 erfolgten Tode fortsetzte. Derälteste Sohn des Aldus, M-tnutio, wurde geistlich ^iiw lebtezu Asola, wo er 1668 in seinem zwei und sechözigsten Jahrestarb, nachdem er seinen Neffen, Aldus den jüngere» zu seinemErben eingesetzt hatte. Aldus zweiter Sohn Anton widmetesich den Wissenschaften und war einige Zeit, wenn nichtBuchdrucker, wie Einige vielleicht der irrigen Meinung sind,doch wenigstens Buchhändler zu Bologna , wo er die Heraus-gabe mehrerer geschätzte» Werke besorgte und im Jahr 1558oder 1669 starb. Sein jüngerer Bruder Paul wurde Buch-