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Alte und neue Alphabete : über hundert und fünfzig vollständige Alphabete, dreissig Folgen von Ziffern und zahlreiche Nachbildungen alter Daten u.s.w. für den praktischen Gebrauch, nebst einer Einführung über "Die Kunst im Alphabet" / von Lewis F. Day
Entstehung
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Die Kunst im Alphabet.

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Römer wandten es nur als Hauchlaut an, also wiewir heute auch.

Der Buchstabe J existirte weder im griechischennoch im alten römischen Alphabet. Er ist gleich-wertig mit II. Stellt man zwei I über einander, so

erhält man ein langes Schliesslich bekam die

Initiale einen Haken und wurde J. Gegen das1 5. Jahrhundert wurde die Initiale I fast allgemeinJ geschrieben.

Das griechische Y [upsilon) wird zum römischenV daher bis auf die heutige Zeit die Verwirrungin den Buchstaben U und V, welche lange ohneUnterschied gebraucht wurden; sie galten für ver-tauschbar, einer oder der andere mochte angewandtwerden, oder beide gleichzeitig, in demselben Wort,in gleicher Bedeutung. Erst im 10. Jahrhundertkam die Gewohnheit auf, V nur am Eingang einesWortes zu setzen und sonst U.

2 {omega) galt für 00; die Minuskelform ωzeigt seine Abstammung. Am Ende wurde es an-gewandt für UU oder W. In einigen griechischenDialekten scheint es für OU zu stehen. Ganz sicherwurde im 9. Jahrhundert (siehe S. 3) ω genau wieW geschrieben.

Das Alphabet, wie wir es kennen, verdanktauch Skandinavien etwas. Die Runen, wie dieSchrift der skandinavischen und anderer nord-europäischer Priesterschaft hiess, stammt aus sagen-hafter Zeit. Sie waren Odin's eigene Erfindung,