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Alte und neue Alphabete : über hundert und fünfzig vollständige Alphabete, dreissig Folgen von Ziffern und zahlreiche Nachbildungen alter Daten u.s.w. für den praktischen Gebrauch, nebst einer Einführung über "Die Kunst im Alphabet" / von Lewis F. Day
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Die Kunst im Alphabet.

späteren Gestaltung als lombardische Versalien (42)bezeichnen.

Es giebt eine gebrochene Art der lombardischenMinuskelLombard brisée" nennen sie dieFranzosen die, obwohl nicht eigentlich schön,doch als Vorläuferin der gothischen Minuskelinteressant ist.

Die heutige römische Minuskel erhielten wirmehr oder weniger direkt von Karl dem Grossen.Er glaubte vielleicht sagte es ihm auch sein Freund,der Papst ζ. Z. da er auf den Thron kam (800),die Schrift in einem Grade entartet, welcher einesmächtigen Herrschers unwürdig wäre. So befahl erihre Umgestaltung. Er ging so weit, Bischöfe und an-dere hervorragende Personen, welche nicht ordentlichschreiben konnten, zu zwingen, ausgebildete Schreiberin Dienst zu nehmen. Auf diese Weise belebteer die kleine römische Schrift wieder , welcheschliesslich in der Drucktype zur überwiegendenGeltung kam.

Den Schreibern Karls und einiger Zeitnach ihm gelang es nicht, sonderlich befriedigendeVersalien zu gestalten. Sie vermischten noch Buch-Stäben von gleichmässiger Stärke mit anderen, beiwelchen dicke und dünne Striche oder solche vonabnehmender Stärke in höchst unlogischer und un-geschickter Weise (33) angewendet waren dasZeichen einer Uebergangsperiode natürlich. Dochsie brachten es zu einer annehmbaren und sehr