Die Kunst im Alphabet. 3 !
Chinesen und Japanern eine Form der Schrift,welche charakteristisches Erzeugniss des Pinsels, undeine andere fast rechtwinklige für die monumentaleVerwendung.
Sogar im Spätgothischen unterscheiden wireine Minuskel der Feder (23) und eine monumen-tale (24, 25), die zur scharfen und charakteristischenWiedergabe mit dem Grabstichel aus Metallplattengeeignet ist. Merkwürdig, dass sich aus dieserstrengen Form das üppige bandartige Alphabet (70)entwickelt haben soll. Aber wenn einmal der Gra-veur die breiten Striche seiner Buchstaben alsBänder oder Riemen zu betrachten begann, welchedurch einen Zug des Stichels an den Enden sichumwenden liessen (57), so musste ihm der Ge-schmack für die Überladung unvermeidlich zu etwasDerartigem führen. Der mit dem Pinsel Arbeitendewar durch sein Werkzeug immer versucht, Ver-zierungen zu machen (55), in die zu verfallen derSchnitzende weniger Anlass hatte. Der geneigteoder cursive Buchstabe (27) ist in dieser Hinsichtdas Product der Feder.
Wir finden also, dass das benutzte Werkzeug,Stylus, Rohrfeder, Pinsel oder was es sein mag, fürden Charakter der alten Buchstaben nicht ausschlag-gebend ist. Sobald der Schreibende vom blossenEinritzen oder plumpen Einkerben nicht mehr be-friedigt war und den Gebrauch des Meisseis auf-nahm, fühlte er die Nothwendigkeit eines geraden