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Alte und neue Alphabete : über hundert und fünfzig vollständige Alphabete, dreissig Folgen von Ziffern und zahlreiche Nachbildungen alter Daten u.s.w. für den praktischen Gebrauch, nebst einer Einführung über "Die Kunst im Alphabet" / von Lewis F. Day
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Die Kunst im Alphabet.

Weg, das auszugleichen, ist das Ausrunden der ent-gegengesetzten Ecke und so haben wir die ver-traute Endung T, welche dem bereits erwähntenSporn" des Meisselnden (ioo) entspricht.

Der Winkel, in welchem die Querlinie denStrich trifft, kann gemildert werden, bis er ver-schwindet, so dass der Strich an beiden Seitengerundet erscheint: er ladet aus. Historisch kommenwir dahin in der lombardischen und anderer Schriftam Beginn des 8. Jahrhunderts (34).

Unter Vorwegnahme dieser Ausladung machteder Schreibende schliesslich Striche, in welchen dieelementare gerade Linie überhaupt verschwindet (54)·Die weitere Entwicklung führte zu der unvermitteltenSchwellung des runden Buchstaben-Rückens, welcheim 1 3. Jahrhundert und später gewöhnlich ist (51, 52).Mit der Gabelung der Endungen und dem Brechender Umrisslinie (20), gelangen wir zu einer phantas-tischen Gestaltung für die kein Ende abzusehen ist(46, 47, 51, 52, 74). Deshalb sind hier nur wenige Bei-spiele vollständiger Ornamentirung der Schrift abge-bildet (60,73, 93 u. s. w.), da ich besonders Alphabeteberücksichtigt habe, bei welchen die ornamentaleZeichnung in der Construction der Buchstabenselbst gegeben ist.

Mit dem Gebrauch von dicken und dünnenStrichen entsteht eine Schwierigkeit. Welcher solldick sein und welcher dünn? Die Schreiber be-schäftigten sich lange Zeit mit diesem Probleme und