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Alte und neue Alphabete : über hundert und fünfzig vollständige Alphabete, dreissig Folgen von Ziffern und zahlreiche Nachbildungen alter Daten u.s.w. für den praktischen Gebrauch, nebst einer Einführung über "Die Kunst im Alphabet" / von Lewis F. Day
Entstehung
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Die Kunst im Alphabet. 3 3

der Feder, die vom Anfang bis zum Ende desStriches schwer ganz gleichmässig zu halten ist.

Es wäre zu bemerken, dass der Druck von Naturnicht in der Mitte des Striches, sondern an einemEnde ist ; der Schreibende erhält ungezwungennicht das symmetrische römische O, sondern dasgothische 0 (71). Das ist die federgeborene Gestalt.Das gleichmässige Ο war wenn nicht leichter sodoch ebenso leicht in Stein zu hauen; nichts hindertedie Symmetrie, welche demgemäss in der Sculpturdie Regel war. Es hat keinen Werth, dergleichenmit der Feder machen zu wollen; besser die Federihren Weg machen lassen ; und ihr Weg ist anders(129 u. s. w.). Wir erreichen mit unsern Werkzeugenso viel mehr, wenn wir uns ihnen anpassen, dasses thöricht ist, ihnen zu widerstreben.

Bei sehr starker Schrift ist es nothwendig,die dicken Striche abzuschliessen. Man kann nichtleicht mit einem Federstrich eine dicke Liniemachen, welche gleichmässig kantig beginnt undendet; es ist Nachhilfe nöthig und das einfachsteMittel ist ein feiner Querstrich über seine Breite.Dieser Querstrich Τ hilft die Regelmässigkeit derLinie des Buchstabens zu bewahren und zu betonen,wofür ein Schönschreiber, der des Namens werthist, natürlich Sorge trägt. Da der breite Strichreichlich mit Tinte gefüllt ist, so zieht der feineQuerstrich beim Kreuzen leicht ein wenig von derTinte mit, wobei er eine Ecke rundet. Der einfachste