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Alte und neue Alphabete : über hundert und fünfzig vollständige Alphabete, dreissig Folgen von Ziffern und zahlreiche Nachbildungen alter Daten u.s.w. für den praktischen Gebrauch, nebst einer Einführung über "Die Kunst im Alphabet" / von Lewis F. Day
Entstehung
Seite
40
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Die Kunst im Alphabet.

ächte Ding nehmen und uns nicht von Lesern be-stimmen, welche so auf den Druck versessen sind,dass sie allen Geschmack an schöner Schrift ver-loren haben. Nicht die gute Handschrift, sondernihr verdorbener Gaumen ist auf falscher Fährte.

Nachdem wir die Maschine vervollkommnethaben, thun wir alles Mögliche, um uns selbst zuMaschinen zu machen. Bis das geschieht wasGott verhüten möge ist die Menschenhand nochimmer das Beste in der Kunst; und wäre sie esnicht, so würde sie doch den Reiz des Charaktershaben, diese individuelle Beschaffenheit, für die einPublikum, welches ausschliesslich an die gedruckteType gewöhnt ist, kein Verständniss hat. DerDruck mit seiner mechanischen Glätte und Genauig-keit hat die Verzerrung des modernen Schrift-Idealsverursacht, gleichwie die Photographie mit ihrerBuchstäblichkeit das Ideal der Kunst . herabsetzt. Esgibt Leute, welche in der Schrift alles, was dieDruckpresse nicht machen kann, als eine Art Im-pertinenz übel empfinden. Sie sind gerüstet, gegenalles was ungewöhnlich ist, sich zur Wehr zu setzen.In Wirklichkeit ist die Impertinenz bei einem Aus-hülfsmittel wie die Type, welche jedwede Autoritätauf einem Gebiete beansprucht, welches ganz ausser-halb ihres Zweckes liegt.

Der grosse Unterschied zwischen alter Schriftund neuer ist der, dass der Schreiber in den Tagenvor dem Schristguss die Freiheit hatte, Varia-