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Die Weiterbildung der Kant'schen Aprioritätslehre bis zur Gegenwart : ein Beitrag zur Geschichte der Erkenntnistheorie / Rudolf Eisler
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Grunde genommen nichts anderes als ein Aggregat vonFormen zu einer solchen, nach deren Abzug nichts übrigbleibt. 1 ) Der Hauptzweck der Vernunftkritik ist nachSchulze schliefslich doch nur die indirekte Darlegung desmetaphysischen Gedankens. »Es ist ein Gott, es steht unseine Unsterblichkeit bevor.« 2 )

3. E. G. Bardiii.

In einer höchst eigentümlichen, an Zahlensymbolenreichen Darstellung, untersucht Bardiii die Grundlagen derErkenntnistheorie und entwickelt dabei eine scharfe Polemikgegen Kant's Vernunftkritik. In seinen eigenen Resultatenstimmt er vielfach mit Leibniz überein und ist sich dieserÜbereinstimmung auch bewufst. 8 ) Gegen die Aprioritäts-lehre bringt er zunächst den Einwand vor, dafs die Merk-male des Apriori, Notwendigkeit und Allgemeinheit nichterst in uns entstehen können, sondern schon objektiv be-gründet sein müssen. 4 ) Das Apriori fafst er meist psycho-logisch auf. Die Vernunftkritik nennt er eine Verbindungvon Locke und Leibniz."') Charakteristisch für Bardili's Auffassung des Apriori ist besonders folgende Stelle : »Dieoscillierenden Gehirnfibern (Locke's) wurden also (bei Kant)geschahen und geputzt. Geschahen und geputzt bekamensie eine Leibniz 'sche Miene, gingen in Apriorität über undgaben netto ein Gedecke von 12 Schüsseln unter dem aus-ländischen Namen der Kategorien.« °) Reine Anschauungenund reine Denkformen sind nach Bardiii Undinge, »die

') 1. c. S. 38687. Nach Aenesid. würde man am besten KantsSystem >Formalismus« nennen können.-) I. c. S. 395.

*) Grundrifs der ersten Logik, gereinigt von d. Irrtümern bis-her. Logik überh , der Kant, insbesondere, 1800. Vorr. X.4 ) [. c. XVXVI.*) Ii c. S, 345.9 j L c S. 346.