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[1] (1915) Reichstagsrede am 10. März
Entstehung
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kann, steht im Zusammenhang mit der Äöhe der von uns imaußerordentlichen Etat angeforderten Kriegskredite. Wenn die10 Milliarden Mark, um deren Bewilligung wir Sie bitten, auf-gebraucht werden sollten, so würde das heißen, daß der Krieg un-gefähr bis zum Spätherbst dauert, daß also bis zum Spätherbstzu Lasten des ordentlichen Etats für Äeer und Marine Ausgabenüberhaupt nicht zu leisten sind. Geht der Krieg früher zu Ende,so wird allerdings der ordentliche Etat für mehr als für den Be-darf eines halben Jahres in Anspruch genommen werden müssen;aber dann wird ein großer Teil der außerordentlichen Kreditefrei. Dauert umgekehrt der Krieg länger, so wird die rechnungs-mäßige Ersparnis bei den fortdauernden Ausgaben des ordent-lichen Etats entsprechend höher sein, während auf der anderenSeite weitere Kredite von Ihnen wohl würden verlangt werdenmüssen.

Llnter allen Amständen aber das habe ich schon vorhererwähnt werden wir beim Friedensschlüsse gezwungen sein, miteinem Nachtragsetat zu kommen, der den dann erst zu übersehen-den Friedensbedürfnissen für Äeer und Flotte Rechnung trägt.

Bei diesem inneren Zusammenhang zwischen dem außer-ordentlichen Kriegsbudget und den fortdauernden Ausgaben fürÄeer und Marine haben wir geglaubt, daß die vorgeschlageneRegelung der inneren Ökonomie des Gesamtetats entspricht.

Meine Herren, so gern ich nun die Erörterung im einzelnender Budgetkommission überlassen möchte, so glaube ich mich dochverpflichtet, gleich hier im Plenum noch auf einen wichtigen Punktim Etat hinweisen zu sollen, nämlich auf den Etat der Neichs-fchuld. Zunächst möchte ich feststellen, daß wir uns nicht ver-laßt gesehen haben, die planmäßige Tilgung der Reichsschuldeinzustellen. Sie finden im ordentlichen Etat für Tilgungszweckerund 68 Millionen, gegen 6^/2 Millionen Mark im Vorjahre.Ob diese Tilgung im Wege von Rückkäufen auf dem Markt oderdurch Absetzung von den bewilligten Krediten vorgenommen wird,das dürfen Sie wie in den früheren Iahren der Reichsfinanz-verwaltung überlassen. Wichtig und wesentlich erschien mir nur,

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