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[1] (1915) Reichstagsrede am 10. März
Entstehung
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durch die Kosten einer einzigen Kriegswoche. Ich habe versucht,mir ein Bild über die wöchentlichen Ausgaben der kriegführendenGroßmächte zu machen, und bin auf einen Betrag gekommen vonI V2 Milliarden Mark.

(Bewegung.)

Ich muß es mir hier versagen, Ihnen genauere Ziffern über unsereeigenen Kriegskosten vorzutragen; das muß ich mir aus nahe-liegenden Gründen für die Budgetkommission vorbehalten. Ichmöchte Sie deshalb bitten, sich damit zu begnügen, daß ich Ihnensage: die verbündeten Regierungen sind genötigt, Sie zu ersuchen,zu den bereits bewilligten Krediten von zweimal Z Milliarden Markdem im außerordentlichen Etat für 1915 geforderten weiterenKriegskredit von 10 Milliarden Mark Ihre Zustimmungzu erteilen, um auf diese Weise die nötige finanzielle Bewegungs-freiheit für die Weiterführung des Krieges bis zum Spätherbstzu sichern.

Meine Herren, wir sind durchdrungen von der Größe desOpfers und von der schweren Belastung, die sich in der Ziffervon 10 Milliarden, wie sie niemals von einem Parlament derWelt verlangt worden ist, ausdrückt; aber wir sind ebenso starkdurchdrungen von der Überzeugung, daß kein Opfer zu groß undkeine Last zu schwer sein kann, wenn es sich um unser ein undalles, wenn es sich um den Bestand und die Größe unseresVaterlandes handelt.

(Bravo I)

So schwer die 10 Milliarden und aber 10 Milliarden wiegen,das schwerste Opfer sind sie leider nicht; das schwerste Opfer istdas gute deutsche Blut, das die Blüte unserer Jugend und Mannes-kraft draußen vor dem Feinde vergießt, ohne Murren und ohneVerzagen in der Selbstverständlichkeit einer heiligen Pflichterfüllung.(Lebhaftes Bravo I)

Meine Herren, vor diesem Opfermut können wir Daheim-gebliebenen, denen es nicht vergönnt ist, mit den Brüdern draußenNot und Tod, Kampf und Sieg zu teilen, uns nur still verneigen.

(Bravo I)

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