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[1] (1915) Reichstagsrede am 10. März
Entstehung
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Wir können uns nur geloben, daß alles, was an uns liegt, ge-schehen soll und getragen werden soll, um den Äelden draußenihre Aufgabe und ihr Los zu erleichtern und die Früchte ihresHeldentums zu sichern.

(Bravo I)

Meine Herren, das geringste, was wir nach dieser Richtungtun können und ich sage das als Leiter der Reichsfinanz-verwaltung, ist die Bewilligung der Mittel, die für die Fort-führung des Krieges unbedingt notwendig sind.

(Sehr richtig!)

Aber, meine Herren, mit der Bewilligung allein ist es nichtgetan. Ihr Beschluß, die 10 Milliarden zu bewilligen, legt die10 Milliarden dem Deutschen Reich nicht als Ostergeschenk aufden Tisch des Hauses nieder. Ihre Bewilligung bedeutet imGrunde genommen nicht mehr als die Autorisation für die Re-gierung, den von Ihnen bewilligten Betrag im Anleihewegeflüssig zu machen, und deshalb, meine Herren, möchte ich einendringenden Appell an Sie richten: begnügen Sie sich nicht mitdem stolzen Gefühl, die Mittel bewilligt zu haben, beteiligen Siesich auch an der Aufbringung nicht nur nach Ihren eigenenfinanziellen Kräften das nehme ich als selbstverständlich an,sondern beteiligen Sie sich an der Aufbringung dadurch, daß Sieals gewählte Vertreter des deutschen Volkes in denjenigen Kreisen,die Ihnen ihr Vertrauen geschenkt haben, wirken für die weitest-gehende, ausgiebigste Beteiligung an der neuen Kriegsanleihe,wirken im Sinne der Aufklärung dafür, wie sehr die Mitwirkungan der Aufbringung der für den Krieg erforderlichen Mittel einepatriotische Pflicht ist, der sich niemand entziehen darf.

(Bravo !)

Besonderer Anlaß für diesen Appell ist die Tatsache, daßwir vor kurzem die zweite Kriegsanleihe aufgelegt haben, unddaß der Termin für die Zeichnung auf diese Kriegsanleihe am19. dieses Monats, also in relativ kurzer Zeit, abläuft.

Die erste Kriegsanleihe vom vorigen September war,wie Sie alle wissen, ein Erfolg von ungeahnten Dimensionen.

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