denen die meisten unter besseren Bodenbedingungen und besserenklimatischen Verhältnissen arbeiten als wir.
(Äört, hört! und Sehr richtig!)Ansere deutsche Landwirtschaft ist heute in der ganzen Weltnicht nur unübertroffen, sondern auch unerreicht.
Der Ausbau unserer Industrie und die Entwicklung unsererLandwirtschaft hat, wie gesagt, den weitaus größten Teil unseresjährlichen Kapitalzuwachses gebunden. Es blieb mithin, da unsdas Äemd näher liegt als der Rock, für das Ausland nur einrelativ bescheidener Teil unserer jährlichen Ersparnisse zur Ver-fügung. In welchem Maße dies der Fall ist, werden Sie anwenigen Zahlen sehen, die ich Ihnen geben will. In den letzten5 Iahren vor dem Krieg betrug der Anteil der öffentlichenEmissionen, der auf auswärtige Anlagen kam, in Deutschland 15°/„, in Frankreich 69°/».
(Äört, hört!)
Von den englischen Emissionen kamen 46°/<> auf ausländischeAnlagen, 36°/„ auf die Kolonien und nur 18°/g auf inländischeAnlagen. An dem Maßstab der Auslandsanlagen gemessen, sindwir allerdings ein armes Volk geblieben. Dieser Maßstab istaber sast so falsch, wie wenn man den Vermögenszuwachs, dieWohlstandszunahme eines Mannes beurteilen wollte nach demäußerlichen Aufwand, den er treibt. Das Verhältnis ist oftgenug ein umgekehrtes!
(Zustimmung und Heiterkeit.)Meine Äerren, dieselbe Tatsache, von der ich eben sprach,die relativ geringe Menge verfügbaren Kapitals für Auslands-zwecke, hat ihr Gegenstück in dem Verhalten des Geld-marktes im Innern. Der Geldmarkt war bei uns durch dasstarke Bedürfnis für die Entwicklung von Industrie, Landwirt-schaft und Äandel während der letzten Jahre stärker in Anspruchgenommen als derjenige unserer ausländischen Konkurrenten. Diezeitweise stürmische Auswärtsbewegung hat gelegentlich zu Pres-sungen geführt, die das Ausland als einen Beweis unserer
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